FAZ plus Artikel„NSU 2.0“

Hoffen auf ein gutes Ende

EIN KOMMENTAR Von Katharina Iskandar
05.08.2021
, 21:44
Wer hat die Daten rausgegeben: Der mutmaßliche Verfasser kam durch die Polizei an vertrauliche Daten.
Die Festnahme eines 53 Jahre alten Berliners im Zusammenhang mit den „NSU 2.0“ Drohschreiben hat bei der hessischen Polizei für Erleichterung gesorgt. Noch aber ist die Beteiligung einzelner Polizisten nicht geklärt.
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Noch immer ist die Festnahme des mutmaßlichen Verfassers der Drohbriefe NSU 2.0 einer der größten Ermittlungserfolge der vergangenen Jahre. Für die Polizei war es wie ein Befreiungsschlag, nachdem bekannt wurde, dass der Beschuldigte, ein 53 Jahre alter Mann aus Berlin, keiner von ihnen ist. Zwei lange Jahre lastete der Verdacht schwer, dass es ein Polizist sein könne, der hasserfüllte Nachrichten und Drohungen an verschiedene Personen des öffentlichen Lebens schickt.

Diese Befürchtung bestätigte sich nicht. Aber zumindest bis zum Ende der Ermittlungen bleibt ein Restzweifel: Zwar stammen die Briefe nicht aus den Reihen der Polizei, aber möglicherweise haben Beamte dazu beigetragen – bewusst oder unbewusst. Je nachdem, ob sich die Hypothese der Ermittler bewahrheitet, dass sich Bedienstete auf Revieren in Frankfurt und Wiesbaden Daten durch eine Art Trickbetrug haben abluchsen lassen. Oder aber, die noch schlimmere Variante, dass Beamte, vielleicht auch nur einer, aus einer persönlichen Beziehung heraus, aktiv bei der Beschaffung der sensiblen Informationen half.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Iskandar, Katharina
Katharina Iskandar
Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.
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