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Kunst oder Waffe?

Designer muss wegen Plätzchenausstechers zahlen

 - 16:07

Weil er mit seinem Kunstwerk „Schlagende Verbindung“ gegen waffenrechtliche Vorschriften verstoßen hat, muss der Frankfurter Objektkünstler und Designer Peter Zizka 1000 Euro Geldbuße zahlen. Eine weitere Geldstrafe von 2400 Euro wurde ihm am Donnerstag vom Amtsgericht Frankfurt für diesen Fall erlassen.

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Der 57 Jahre alte Künstler hatte im März dieses Jahres eine Vortragsreise nach Dubai angetreten, zu der er auch einige seiner Kunstobjekte mitgenommen hatte. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde schließlich der „Schlagring mit abnehmbarer Sternform“ als verbotene Waffe sichergestellt und beschlagnahmt. Zizka erhielt einen Strafbefehl über 3000 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze), gegen den er Einspruch einlegte. Vor Gericht berief er sich auf die Kunstfreiheit, die über dem Waffenrecht stehe.

Mit der Verbindung zwischen dem einem Schlagring ähnlichen Eisenteil und der aufgesteckten Plätzchenform habe er zu einem „Diskurs zwischen heiler Welt und der von Gewalt geprägten gobalen Welt“ aufrufen wollen, sagte der Künstler. Für einen wirklichen Kampfeinsatz sei die „Schlagende Verbindung“ aber schon deshalb ungeeignet, weil ihr die typischen Eigenschaften des Schlagrings - Spitzen und Abrundungen - fehlten.

Ausnahmegenehmigung wäre nötig gewesen

„Ich möchte das Ding jedenfalls nicht im Gesicht haben“, sagte Amtsrichter Michael Demel in der Urteilsbegründung. Auch wenn Zizka ein nachvollziehbares künstlerisches Konzept für sein Kunstwerk habe, bleibe es doch eine Waffe. Deshalb hätte er sich vor seiner Reise zumindest eine Ausnahmegenehmigung vom Bundeskriminalamt einholen müssen. „Bei Ihrer künstlerischen Reputation hätten Sie die gewiss erhalten“, sagte der Richter. So aber müsse das Gericht entscheiden, „nachdem das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“.

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Zizka, der eine Verfahrenseinstellung gegen eine geringe Geldauflage abgelehnt hatte, bleibt nun die Möglichkeit der Berufung zum Landgericht.

Quelle: dpa
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