Offenbach soll schöner werden

Atmosphäre, Authentizität und Aura

Von Eberhard Schwarz
03.09.2018
, 09:33
Fehlende Erlebnisqualität: Noch ist die Offenbacher Innenstadt nicht nach dem Geschmack der Planer.
Manch Offenbacher glaubt an das schlummernde Potential seiner Heimatstadt. Ein Konzept soll das Zentrum deutlich attraktiver machen. Damit allein ist es aber nicht getan.
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Wie entwickelt sich die Offenbacher Innenstadt in den nächsten Jahren? Wie verändert sich das Einkaufsverhalten der Kunden durch den Internethandel? Wie wird es sich auf die Innenstadt auswirken, wenn über das Internet bestellte Artikel kurze Zeit später ausgeliefert werden, wie es in einigen amerikanischen Städten schon geschieht? Welche Anreize werden die Menschen künftig überhaupt noch dazu bewegen, das Stadtzentrum aufzusuchen? Ein Zukunftskonzept Innenstadt soll Antworten auf diese und ähnliche Fragen geben.

Der Magistrat und der Verein Offenbach offensiv setzen auf das Hamburger Büro Urbanista, das vergleichbare Projekte schon in Bochum und in Hamburger Stadtteilen realisierte. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) erwartet „kein Zielbild, wie etwas aussehen könnte“, sondern einen Katalog konkreter Maßnahmen, wie der seit Jahren schwächelnde Einzelhandel gestärkt und die Innenstadt wieder attraktiver werden könne. Rund 200.000 Euro sind für das Konzept aufzubringen.

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Masterplan 2030

Schon beim Masterplan Offenbach 2030, den die Stadtverordneten im Februar 2016 beschlossen, arbeitete die Stadt mit dem vor fünf Jahren auf Initiative der IHK Offenbach gegründeten Verein Offenbach offensiv zusammen: Stadt und Verein trugen jeweils die Hälfte der Masterplan-Kosten. So wird es auch beim Zukunftskonzept Innenstadt sein. Man wolle die Erfolgsgeschichte des Masterplans fortsetzen, hob IHK-Geschäftsführer Frank Achenbach hervor, der auch Geschäftsführer des 60 Mitglieder zählenden Vereins ist. Elf Sponsoren konnte der Verein bisher gewinnen. Sie stellten rund 80.000 Euro für das Vorhaben bereit.

Zahlreiche Büros beteiligten sich an dem strukturierten Vergabeverfahren mit vorgeschalteter Interessensbekundung. Mitte August präsentierten sich die fünf besten Büros und Bietergemeinschaften vor der Lenkungsgruppe, der Vertreter der Stadt, des Vereins und der IHK angehörten, und der Firma Firu GmbH aus Kaiserslautern, die die Stadt beriet. Am Ende lag Urbanista vorne. Positiv habe die Lenkungsgruppe gewertet, dass das Büro die Arbeit am Zukunftskonzept als kreativen Prozess verstehe, in dem ein „zukunftsbejahendes Produkt“ entstehe, das sich deutlich vom klassischen Innenstadt-Gutachten abhebe. Das betroffene Gebiet erstreckt sich beiderseits der Berliner Straße vom Großen Biergrund und Wilhelmsplatz bis zur Kaiserstraße.

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„Höchste Zeit, dass wir etwas tun“

Dem Verein sei wichtig, die ganze Stadt in den Blick zu nehmen, sagte Achenbach. Es sei „höchste Zeit, dass wir etwas tun“. Die City als Identifikationsfaktor für die Stadt brauche Atmosphäre, Authentizität und Aura. Sie müsse die Besucher verzaubern und Erlebnisqualität bieten. Wenn die Versorgungsfunktion allein die Attraktivität der Innenstadt nicht mehr ausmache, gelte es, neue Rezepte zu finden, um das Stadtzentrum nach vorne zu bringen.

Laut Schwenke soll das Konzept im Sommer 2019 vorliegen. An dem Prozess werden auch die Bürger beteiligt. Ebenfalls vorgesehen sind Laborveranstaltungen sowohl mit Experten als auch mit Querdenkern. Jürgen Amberger, der Leiter der städtischen Amts für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, wies darauf hin, dass es mit dem Geld für das Zukunftskonzept nicht getan sei: Maßnahmen, die sich daraus ergäben, könnten später auch „etwas kosten“.

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Quelle: F.A.Z.
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