Politiker im Pixi-Buch

Im Römer mit Holger und Ursula

Von Florentine Fritzen
Aktualisiert am 16.09.2020
 - 08:37
Am Ende kommt sogar der Peter ins Spiel: das Kinderbuch der SPD
Das spannende Leben der Frankfurter Stadtverordneten gibt es jetzt als Pixi-Buch. Und Band 1 „Was macht eigentlich...die SPD-Fraktion im Römer?“ eignet sich ganz exquisit als Vorlesestoff zur guten Nacht.

Vergessen Sie bitte sofort „Pixi trifft eine Elfe“. Legen Sie alle Conni-Bände beiseite. Auch den, in dem Conni in zähem Ringen die Uhrzeit lernt. Lassen Sie sogar „Bobo Siebenschläfer“ in der Pixi-Box stecken. Ja, auch das Heftchen mit Herrn Brecevic, dem freundlichen Baumeister. Auf dem Markt der kleinformatigen Büchlein gibt es nämlich etwas Neues. „Was macht eigentlich...die SPD-Fraktion im Römer?“, heißt die Serie, und zumindest Band 1 eignet sich ganz exquisit als Vorlesestoff zur guten Nacht.

Bevor wir auf die erste Seite linsen, verweilen wir kurz beim Cover. Darauf ist der Römer zu sehen, eines der schönsten Rathäuser der Republik. Auf der Zeichnung leuchtet die Fassade zwar weiß, nicht hellrot, aber wahrscheinlich hat die SPD-Fraktion den Römer als Mahnmal gegen den Müll in der Stadt einfach heller getüncht. Vor dem Rathaus sind drei Personen zu sehen. Das Mädchen in der Mitte schaut, als wüsste es nicht recht, wie ihm gerade geschieht. Rechts und links lächeln zwei bebrillte Erwachsene ziemlich breit. Der Mann trägt Anzug und Krawatte, die Frau eine Halskette mit Anhänger in Schneckenform. Dazu ein rotes Tuch.

Befreundete und feindliche Gruppen erst in Band 2

Womit wir im Thema sind. Das Mädchen besucht beim Girls’ Day die SPD-Fraktion im Römer, in dem „schon seit über 600 Jahren Politik gemacht“ wird. Mama bringt Mia hin. Auf einer Info-Doppelseite erfahren wir, dass die Politiker in Kommunalparlamenten Stadtverordnete heißen. Anschließend lernt Mia endlich die Frau mit der Halskette kennen. Ursula ist die Chefin der Fraktion. Also einer „Gruppe von Stadtverordneten mit einer ähnlichen politischen Überzeugung“, die sich zusammengeschlossen hat, um gemeinsam mehr zu erreichen. Welche anderen Fraktionen es im Römer gibt, erfährt Mia nicht. Die befreundeten und feindlichen Gruppen tauchen dann vermutlich in Band 2 auf.

In Ursulas Büro gibt es Saft. Ursula möchte, dass jeder in Frankfurt gut leben kann, unabhängig vom Geld. Deshalb hat die SPD durchgesetzt, dass alle unter 15 Jahren schwimmen gehen können, ohne den Eintrittspreis zu zahlen. Dann kommt Holger, der Mann im Anzug. Wie Ursula ist er Geschäftsführer der SPD. Nachher darf Mia mit Holger in die Plenarsitzung. Aber davor passieren noch zwei andere Dinge. Erstens geht Mia mit Ursula in den Finanzausschuss. Dazu gibt es ein Bild mit Geldsäcken auf Füßen, die dem Wegweiser „Soziales Frankfurt“ folgen.

„Hui, der ist aber groß“

Zweitens kommt endlich Peter ins Spiel. „Peter ist Oberbürgermeister von Frankfurt.“ Er sieht, aber das soll die einzige Kritik an dem Büchlein bleiben, auf der Zeichnung deutlich schlechter aus als in echt. Die Amtskette baumelt an einem Garderobenständer. Vor Peter steht das Schild „Oberbürgermeister Peter Feldmann“. Ursulas und Holgers Nachnamen stehen nirgends; „Busch“ und „Tschierschke“ würden passen.

Jetzt geht es in den Plenarsaal. „Hui, der ist aber groß.“ Die Stadtverordneten tagen bis nachts, Mia wird früher abgeholt. Falls Peter also noch einen Blondschopf namens Markus anpöbelt und Markus verbietet, sich zu verteidigen, bekommt Mia das nicht mehr mit.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fritzen, Florentine
Florentine Fritzen
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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