FAZ plus ArtikelNach der Auflösung des SEK

Polizei in Not

Von Katharina Iskandar
21.06.2021
, 15:41
Vor einigen Jahren wurde das Frankfurter Polizeipräsidium noch hochgelobt. Nun steht es nach der Entdeckung rechtsextremistischer Nachrichten scharf in der Kritik. Wie es die Dauerkrise bewältigen will.

Im Juni vor vier Jahren feierte die Frankfurter Polizei ein Fest. 150 Jahre, ein Jubiläum mit Festakt, wie es noch nie einen gegeben hat. Es gab eine Feierstunde mit städtischer Prominenz. Und einen Tag der offenen Tür. Vor dem Präsidium wurde gegrillt. Und als Höhepunkt des Tages gab es eine Show – des SEK, des hochgepriesenen Spezialeinsatzkommandos.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte damals wohl seine beste Zeit, wenn man es unter dem Aspekt sieht, dass er in Ruhe seines Amtes walten konnte. Er konnte nicht ahnen, dass nur ein Jahr später die Serie der Drohbriefe beginnen würde, die mit „NSU 2.0“ gezeichnet waren in Anlehnung an die Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Dass schon bald im Zuge der Ermittlungen eine rechtsextreme Chatgruppe im 1. Frankfurter Revier ausgehoben würde. Und dass das erst der Anfang sein würde von weiteren Verfehlungen einzelner Beamter in seinem Haus. Übergriffe von Polizisten. Vorwürfe des Racial Profiling. Aus dem Ruder gelaufene Demonstrationen. Verschwundene Waffen aus der Asservatenkammer. Und ein Polizist, der sich heimlich einem privaten Sicherheitsdienst angeschlossen hat, um in einer Art paramilitärischer Gruppe im Ausland Geld zu verdienen. „Missstände“, die, jeder für sich betrachtet, schon belastend genug für eine Behörde sind.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Iskandar, Katharina
Katharina Iskandar
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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