FAZ plus ArtikelRegeln für Ungeimpfte

Zu viele Schlupflöcher

EIN KOMMENTAR Von Marie Lisa Kehler
08.10.2021
, 15:16
Kleiner Piks: Ein Mann lässt sich gegen das Coronavirus impfen.
Bei den Regeln für Ungeimpfte ist nur der Weg der Inkonsequenz konsequent. Es ist ermüdend, immer weiter zu versuchen, die Impfunwilligen zu erreichen. Ohne klare Regeln fehlt aber eine Alternative.
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Wer sich nicht impfen lässt, der muss sich diese Haltung künftig finanziell leisten können oder ein Leben führen, in dem es keinen Platz für Kino-, Theater- oder Restaurantbesuche gibt. Von Montag an müssen die meisten Menschen ihren offiziellen Corona-Schnelltest, der überall dort vorgelegt werden muss, wo das 3-G-Modell gilt, selbst zahlen. So hat es die Regierung schon vor einigen Wochen angekündigt und somit Ungeimpften ausreichend Zeit gelassen, sich vor dem Stichtag rechtzeitig immunisieren zu lassen.

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Konsequent durchgegriffen, könnte man meinen. Aber bei näherer Betrachtung wiederholt sich das, was sich während der Pandemie immer wieder als Problem herausgestellt hat: Es gibt zu viele Ausnahmen von der Regel. Konsequent weiterverfolgt wird nur der Weg der Inkonsequenz. Denn wer es geschickt anstellt, der kann sich auch weiterhin kostenlos testen lassen. Impfanreiz? Entfällt. So müssen beispielsweise Arbeitgeber weiterhin ihren Arbeitnehmern, die nicht im Homeoffice tätig sind, Corona-Tests anbieten. Die Kosten dafür muss der Arbeitgeber tragen. Wer also gut plant, kann auch weiterhin als Ungeimpfter ins Kino gehen, ohne einen Cent mehr ausgeben zu müssen.

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Autorenporträt / Kehler, Marie-Lisa
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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