FAZ plus Artikel15-Kilometer-Regel in Hessen

„Da müssen wir durch“

Von Wolfgang Oelrich
11.01.2021
, 17:55
Seit Montag gilt in hessischen Hotspots die 15-Kilometer-Regel. Die Begrenzung ihres Aktionsradius nehmen Einwohner im Landkreis Gießen achselzuckend hin.

Bei den Einwohnern von Rabenau hält sich die Begeisterung für die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Umkreis von 15 Kilometer rund um ihren Wohnort in Grenzen. Aber die meisten Bürger haben Verständnis dafür und wollen sich daran halten. Das ergab eine Straßenumfrage am Montag. Die 5000-Seelen Gemeinde mit den Ortsteilen Londorf, Kesselbach, Allertshausen, Geilshausen, Odenhausen und Lumda liegt im nordöstlichen Zipfel des Kreises Gießen, rund 20 Kilometer entfernt von Gießen und Marburg.

Matthias Röhmig hat Verständnis für die Verschärfung. „Als ich die Fernsehbilder über den Ansturm auf die Wintersportgebiete gesehen habe, war ich fassungslos. Da war die Politik zum Handeln gezwungen“, findet der Neunundvierzigjährige, der zusammen mit einer Handvoll weiterer Kunden diszipliniert mit Abstand am Verkaufswagen der Hähnchenbraterei in Londorf ansteht. „Natürlich ist die 15-Kilometer-Regel eine Belastung, vor allem für die Menschen im ländlichen Raum. Aber da müssen wir durch.“

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Nicht weiter weg als 15 Kilometer

Die neue Allgemeinverfügung, die seit Montag voraussichtlich bis 31. Januar gilt, sieht eine Einschränkung des Bewegungsradius für „tagestouristische Ausflüge“ in Kreisen vor, in denen binnen einer Woche mehr als 200 Covid19-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner auftraten. Aktuell ist es den Bewohnern des Landkreises Gießen demnach untersagt, sich in einem Umkreis von mehr als 15 Kilometern gemessen von ihrer Gemeinde, beziehungsweise ihrem Wohnort, aufzuhalten.

Tagsüber ist die Bewegungsfreiheit der Bürger ansonsten nicht eingeschränkt. Die nächtliche Ausgangssperre, die das Land Hessen für Kreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von einem Wert von 200 an vorsieht, gilt weiterhin zwischen 21 und 5 Uhr. Auch die Abgabe und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist in Kreisen und Kommunen mit einer Inzidenz von mehr als 200 verboten.

Der Besuch in Pflegeheimen ist nur Personen gestattet, die einen aktuellen negativen Antigen- oder PCR-Test auf Sars-CoV-2 nachweisen. Ein Antigen-Test darf nicht älter als 24 Stunden, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein. Zusätzlich zur neuen Allgemeinverfügung gelten weiterhin die Bestimmungen zum Infektionsschutz wie beispielsweise die Maskenpflicht.

Quelle: F.A.Z.
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