„Protest hört nicht auf“

Aktivisten wollen auch nach Camp-Räumung gegen A49 kämpfen

09.12.2020
, 14:30
Die Polizei hat ihre Camps im Dannenröder Forst geräumt, doch die Aktivisten wollen nicht aufgeben: „Wir hören erst auf, wenn die letzte Autobahn verhindert ist und kein Wald mehr von der Abholzung bedroht ist.“ Die Polizei ist weiter präsent.

Auch nach Abschluss der Rodungen auf der Trasse für die Autobahn 49 im Dannenröder Forst wollen Umwelt- und Klimaschützer weiter gegen das Projekt - und den Bau weiterer Autobahnen in Deutschland kämpfen. „Der Protest im Danni hört nicht auf. 2021 wird auch hier ein Klima-Camp stehen und Menschen werden weiter sich dem Irrsinn des Weiterbaus der A49 und längst überholten Autobahn-Projekten entgegenstellen“, sagte Aktivisten-Sprecherin Charlie Linde am Mittwoch bei einer via Twitter übertragenen Pressekonferenz an der Rodungsschneise in dem Waldstück bei Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis. „Wir hören erst auf, wenn die letzte Autobahn verhindert ist und kein Wald mehr von der Abholzung bedroht ist.“

Auch nach dem Ende der Rodungen auf der A49-Trasse durch den Dannenröder Forst in Mittelhessen ist auch noch kein Ende des Polizeieinsatzes rund um den Weiterbau der Autobahn absehbar. So stünden nun Aufräum- und Rückearbeiten an - also das Entasten und der Abtransport der gerodeten Bäume sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher in Homberg-Dannenrod. Die Polizei sei weiterhin im Einsatz, um die Arbeiten zu schützen.

Ortsdurchfahrten entlasten

Im Dannenröder Forst sollen auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für den Weiterbau der A49 gerodet werden, die nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden soll. Umweltschützer stemmen sich gegen das Projekt, weil sie darin einen Widerspruch zu einer klimagerechten Verkehrswende sehen, die Befürworter versprechen sich davon weniger Verkehrsbelastung in den Dörfern der Region und kürzere Wege für Pendler und Unternehmen.

Eine Mehrheit der Hessen heißt derweil die Rodungen gut. Bei den Jüngeren gibt es aber eine Mehrheit gegen das Vorhaben, das Ortsdurchfahrten und die Menschen in den Kommunen entlasten soll.

Quelle: dpa
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