Blaulicht in Rhein-Main

Zeugenhinweise zur Leiche im Main - Polizei löst Party auf

15.04.2021
, 13:46
Nach dem Fund einer Frauenleiche im Main hat die Frankfurter Polizei erste Zeugenhinweise erhalten. Ein Tatverdächtiger ist sieben Jahre nach der brutalen Attacke einer jungen Hanauerin in U-Haft.

Hanau. In einer Hanauer Wohnung hat die Polizei eine wegen der Corona-Pandemie verbotene Geburtstagsfeier aufgelöst. Gegen 24 Männer und Frauen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die 21 bis 49 Jahre alten Partygäste wurden nach Hause geschickt. In der Dachgeschosswohnung war den Angaben zufolge bereits im Januar eine Party von der Polizei beendet worden. Damals hatten 35 Menschen gefeiert – mit zwei Escort-Damen.

Hanau Der Verdächtige im Fall einer brutalen Attacke auf eine Frau im Jahr 2013 ist in Untersuchungshaft gekommen. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau am Donnerstag mit. Nach der Festnahme des 32 Jahre alte Mann am Vortag würden sich nun „umfangreiche Ermittlungen“ anschließen. Der Sprecher machte zunächst keine Angaben dazu, ob sich der Mann zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert hat und was das mögliche Motiv sein könnte.

Dem Mann wird vorgeworfen, im September 2013 die damals 25 Jahre alte Rechtsreferendarin, die am Landgericht Hanau arbeitete, abends auf ihrem Nachhauseweg angegriffen zu haben. Er soll mehrfach mit einer fast zwei Kilo schweren Kurzhantelstange auf den Kopf der Frau eingeschlagen haben. Sie erlitt schwerste Verletzungen und überlebte nach Angaben der Ermittler nur knapp.

Trotz aufwendiger Untersuchungen führte zunächst keine Spur zu einem Verdächtigen. Ende Januar dann brachte ein DNA-Treffer die Ermittlungen gegen den 32 Jahre alten mutmaßlichen Täter ins Rollen. Der Verdächtige war am Mittwoch wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags in einer Therapieeinrichtung im Großraum München festgenommen worden.

Frankfurt. Weil er vor einer Fahrkartenkontrolle in einen Tunnel flüchtete, hat ein Mann in Frankfurt für zahlreiche Verspätungen im S-Bahn-Verkehr gesorgt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, kam es wegen der Sperrung des Tunnels bei 24 S-Bahnen zu Verspätungen. Demnach hatte der 22-Jährige bei einer Kontrolle in einer S-Bahn am Mittwochmittag keinen Fahrschein nachweisen können. Nachdem er zur Feststellung seiner Identität gemeinsam mit den Kontrolleuren die Bahn an der Station Mühlberg verlassen hatte, rannte er laut Polizei vom Bahnsteig in den Tunnelbereich. Die Strecke musste daraufhin gesperrt werden. Die Beamten stellten den Mann etwa 200 Meter hinter dem Bahnsteigende im Tunnel und brachten ihn zurück zum Bahnsteig. Nach etwa einer halben Stunde wurde die Sperrung aufgehoben. Gegen den 22-Jährigen wurden laut Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Erschleichen von Leistungen und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des unerlaubten Aufenthaltes auf Bahnanlagen eingeleitet.

Frankfurt. Nach dem Fund einer Frauenleiche an der Friedensbrücke im Main sind am Donnerstag mehrere Hinweise auf die Identität der Toten eingegangen. Wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage mitteilte, handelt es sich um eine Reihe von Informationen, die derzeit abgearbeitet würden. Wie berichtet, war die Leiche am Morgen des 12. März dieses Jahres auf dem Wasser treibend von einem Spaziergänger gefunden worden. Die Ermittlungen haben jedoch keinen Anhaltspunkt auf die Identität der 50 bis 70 Jahre alten Frau geben können. Daher entschied die Polizei sich am Mittwoch für eine Öffentlichkeitsfahndung. Ein Foto der Toten ist auf der Internetseite der Polizei unter www.polizei.hessen.de unter „Polizeipräsidium Frankfurt“ abrufbar.

Unklar sind zudem noch die Todesumstände, wie die Sprecherin weiter mitteilte. Man könne nicht sagen, aus welchen Gründen die Frau zu Tode gekommen sei. Auch dazu nehme die Polizei nach wie vor Hinweise entgegen unter der Rufnummer 069/ 75551199.

Kassel Die Kasseler Universität hat der mutmaßlich falschen Ärztin, die sich derzeit wegen mehrfachen Mordes vor Gericht verantworten muss, nach einem Plagiatsvorwurf den Doktortitel der Biologie aberkannt. „Das interne Prüfverfahren ist jetzt abgeschlossen. Der Doktorgrad wurde entzogen“, erklärte ein Sprecher der Universität am Donnerstag. Die Betroffene habe Widerspruch eingelegt. Zunächst hatte die „Hessische Allgemeine“ berichtet. Demnach hatte die heute 50 Jahre alte Frau 2007 im Fachgebiet Biochemie promoviert.

Die Frau steht seit Januar vor dem Kassler Landgericht. Sie soll sich ohne entsprechende Ausbildung als Medizinerin ausgegeben und in einer nordhessischen Klinik Menschen betäubt haben. Laut Staatsanwaltschaft starben durch Behandlungsfehler fünf Patienten, weitere erlitten Folgeschäden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau unter anderem Mord in fünf Fällen in Tateinheit mit unerlaubter Ausübung der Heilkunde und versuchten Mord in elf Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung vor.

Bensheim Nach einer Serie von Autobränden in Bensheim (Kreis Bergstraße) hat die Polizei einen 28 Jahre alten Verdächtigen festgenommen. Gegen den Mann sei Haftbefehl erlassen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Er habe die Taten vor dem Ermittlungsrichter gestanden und sei in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden.

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Im Februar und März hatten insgesamt sieben Autos in Bensheim gebrannt. Zudem sei es bei einem Motorroller zu einer versuchten Brandlegung gekommen. Nach zwei Bränden Mitte März sei der 28-Jährige nach „intensiven Ermittlungen“ in Verdacht geraten, teilte die Polizei weiter mit. Er wurde demnach am späten Dienstagabend von der Polizei festgenommen, als er an mehreren geparkten Fahrzeugen in Mühltal Scheiben einschlug. Bei anschließenden Durchsuchungen fanden die Ermittler laut Polizei „beweiserhebliche Gegenstände, die im Zusammenhang mit den Autobränden stehen könnten“.

Frankfurt Im Prozess um die Tötung einer Frau und die Entsorgung ihrer Leiche im Müll hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den wegen Mordes angeklagten Ehemann des Opfers beantragt. Der Anklagevertreter ging in seinem Schlussvortrag am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt davon aus, dass sich der 38 Jahre alte Mann mit der Tat in den Besitz der Wohnung der Frau in Frankfurt-Nied habe bringen wollen. Dort habe er zusammen mit seiner neuen Freundin wohnen wollen.

Das 44 Jahre alte Opfer war im Oktober 2019 von dem Angeklagten zunächst als vermisst gemeldet worden. Später fanden sich Knochenreste auf einer Mülldeponie, die von der Frau stammten. In dem seit Februar laufenden Prozess hatte der Angeklagte zu dem Vorwurf geschwiegen. Die Schwurgerichtskammer will am Freitag (16. April ab 12.00 Uhr) das Urteil verkünden.

Quelle: dpa
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