FAZ plus ArtikelOB-Wahl in Hanau

„Kapitän“ Kaminsky will bei rauher See an Bord bleiben

Von Luise Glaser-Lotz, Hanau
02.03.2021
, 16:26
Claus Kaminsky strebt eine vierte Amtszeit als Oberbürgermeister in Hanau an. Doch sechs Herausforderer wollen das am 14. März verhindern.

Eigentlich sollte die aktuelle Wahlperiode die letzte sein von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Er werde nicht mehr antreten, verkündete er, nachdem er den CDU-Herausforderer 2015 mit großem Abstand geschlagen hatte. Der geordnete Rückzug hätte auch klappen können. Schließlich waren der umfassende Innenstadtumbau und die Konversion der riesigen ehemaligen Militärflächen bis zum vergangenen Jahr weitgehend abgeschlossen oder zumindest auf der Zielgeraden. Zudem hätte die von Kaminsky angestrebte Kreisfreiheit zum 1. April 2021 vollzogen sein sollen. Auch die Finanzlage war nach dem Eintritt in das Entschuldungsprogramm Hessenkasse und der Rücklage eines stattlichen Notgroschens von mehreren Millionen Euro recht ordentlich.

Doch dann stellte sich heraus, dass der Zeitrahmen für den Kreisausstieg zu ehrgeizig gewählt worden war. So musste der Austrittstermin auf das Jahresende 2021 verschoben werden. Dass der komplizierte Weg zur Kreisfreiheit noch nicht zu Ende beschritten war, dürfte ein Grund für den Sinneswandel Kaminskys gewesen sein. Die Organisationstalent und Verhandlungsgeschick erfordernde Aufgabe in einer weiteren Amtszeit bewältigen zu wollen war sicherlich Ehrensache für den amtierenden Rathauschef, der es vielleicht auch gerne erleben wollte, in einer Großstadt an der politischen Spitze zu stehen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Glaser-Lotz, Luise (lu.)
Luise Glaser-Lotz
Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.
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