FAZ plus ArtikelChefärztin über Corona-Krise

„Alte sind die großen Verlierer“

Von Heike Lattka
20.01.2021
, 20:04
Mehrmals täglich muss Petra Wagner, Leiterin der geriatrischen Abteilungen an zwei Krankenhäusern, Menschen abweisen, die eine stationäre Versorgung benötigen. Auch die Nachsorge von Operationen bleibt derzeit meist auf der Strecke.

Das schlechte Gewissen begleitet Chefärztin Petra Wagner derzeit Tag und Nacht. Mehrmals täglich muss die Leiterin der geriatrischen Abteilungen an den Krankenhäusern in Hofheim und Bad Soden hilfesuchende Angehörige abweisen, die eine stationäre geriatrische Versorgung für ihre betagten Väter und Mütter benötigen. „Da spielen sich am Telefon ergreifende Szenen ab“, sagt sie. Da aber seit Pandemiebeginn die Abteilung in Hofheim zugunsten der Bedürfnisse der Intensivmedizin ganz geschlossen und damit gleichsam das Angebot in Bad Soden reduziert wurde, sind freie Betten Mangelware.

Dies ist kein Einzelfall. Wie im Kreis sind in ganz Hessen mehr als die Hälfte der geriatrischen Betten und Pflegekräfte an 36 Standorten im Land für die akute Notbehandlung abgezogen worden. Von den 21 geriatrischen Tageskliniken Hessens blieb zuletzt nur noch jene in Frankfurt-Höchst geöffnet, wie Mathias Pfisterer, Vorsitzender der Geriatrie im Landesverband Hessen-Thüringen, sagt. Alte Menschen seien die klaren Verlierer der Pandemie.

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Quelle: F.A.Z.
Heike Lattka - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Heike Lattka
Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.
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