Nach „Chaos“ am Wochenende

Betretungsverbot auf Pisten und Rodelhängen umstritten

04.01.2021
, 13:47
Willingen in Nordhessen will die Besucher von Rodelhängen und Pisten fernhalten und setzt auf Ordnungshüter. Der Rathauschef von Schmitten im Taunus glaubt dagegen nicht an Verbote: „Wir werden gar nichts in den Griff kriegen.“

Nach dem großen Andrang von Ausflüglern am Wochenende wird ein Betretungsverbot für Skipisten und Rodelhänge im nordhessischen Wintersportort Willingen vorbereitet. „Wir sehen aufgrund der Erfahrungen keine andere Lösung“, sagte Bürgermeister Thomas Trachte (parteilos) am Montag. Der Landkreis arbeite an einer Verfügung auf Grundlage des Infektionsschutzrechts wegen der Corona-Pandemie. Ordnungsamt und Polizei würden das Verbot dann durchsetzen.

Laut Trachte hatte die Gemeinde über die Festtage zunächst gute Erfahrungen mit dem Besucherandrang gemacht. Allerdings seien nach der Schließung der Parkplätze und Pisten des benachbarten Wintersportgebietes Winterberg in Nordrhein-Westfalen Tausende nach Willingen ausgewichen.

„Wir werden gar nichts in den Griff kriegen“

Neben Problemen mit fehlenden Parkplätzen und Toiletten sei der Infektionsschutz nicht mehr gewährleistet gewesen. „Das war so gewaltig, das war so ein Gedränge, das war nicht mehr zu verantworten“, sagte Trachte. Zuvor hatte die Hessenschau über das Thema berichtet

Außer in Willingen gab es auch in anderen Wintersportregionen in Hessen großen Andrang, zum Beispiel am Großen Feldberg im Taunus. Der Bürgermeister der dortigen Gemeinde Schmitten, Marcus Kinkel (parteilos), glaubt nicht an die Wirkung von Verboten. „Wir werden gar nichts in den Griff kriegen, es gibt Probleme, die kann man nicht lösen auf der Welt“, sagte er. Wenn jetzt gefordert werde, auch Besucher auf Waldwegen zu kontrollieren, dann stelle sich die Frage: „Wer macht das? Keiner!“, erklärte der Bürgermeister.

Quelle: dpa
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