Corona in Hessen

Inzidenz nun über 1000

25.01.2022
, 16:15
Wenn der Test positiv ist: Die Zahl der Corona-Infektionen in Hessen steigt und steigt. (Symbolbild).
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Ganz Hessen ist ein Hotspot: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 1025,4. Damit ist erstmals die Schwelle von 1000 überschritten worden. Die hohe Zahl der Erkrankungen zeigt erste Auswirkungen auf den Nahverkehr. In Wiesbaden fallen derzeit einige Busse aus.
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In Hessen hat die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals die Schwelle von 1000 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der gemeldeten Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner und Woche am Dienstag mit 1025,4 an (Stand 3.55 Uhr). Das ist der höchste je gemessene Wert im Bundesland. Am Montag lag er noch bei 937,7. Binnen 24 Stunden sind in Hessen den Angaben zufolge 12.439 weitere Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden zwölf weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert. Landesweit wurden seit Beginn der Pandemie 624 006 Infektionen und 8739 Tote gemeldet.

Laut Sozialministerium sind aktuell alle 26 hessischen Gebietskörperschaften sogenannte Hotspots. Dort gelten strengere Maßnahmen in fast allen Bereichen. Hotspot wird eine Kommune oder ein Landkreis, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über dem Wert 350 liegt. Nach fünf Tagen unterhalb der Grenze fällt die Region wieder aus der Regelung hinaus. Am dritten Tag in Folge liegt der Landkreis Fulda unter diesem Schwellenwert. Der osthessische Kreis weist mit 274,4 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland auf. Den höchsten Wert verzeichnet weiterhin Wiesbaden (1807,6).

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Wegen der hochansteckenden Virusvariante Omikron fallen in der hessischen Landeshauptstadt derzeit Busse aus. Grund sei ein erhöhter Krankenstand in der Belegschaft, auch wegen der winterlichen Witterung, teilte das Verkehrsunternehmen ESWE am Dienstag mit. Eine Buslinie werde ab Donnerstag vorübergehend eingestellt, auf vier weiteren gilt der Ferienfahrplan. Es handele sich um Strecken, auf denen mehrere Linien unterwegs seien. Man wolle schnellstmöglich wieder zum regulären Fahrplanangebot zurückkehren, erklärte das Unternehmen.

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Erhöhter Krankenstand

Bei der S-Bahn Rhein-Main gibt es einen erhöhten Krankenstand, der aber auch jahreszeitlich bedingt sein könne, sagte eine Sprecherin. Alle Fahrten könnten aber angeboten werden. Auch die Hessische Landesbahn (HLB) fährt regulär, es gebe keinen hohen Krankheitsstand, sagte eine Sprecherin. Die Kontakte seien wegen Omikron nochmals eingeschränkt worden, in der Werkstatt, der Disposition und auf den Leitstellen. Einen Notfallplan gebe es, wenn sich dies ändere - dieser ähnele dann dem Sonntagsfahrplan und sei bereits zu Anfang der Pandemie in Kraft gewesen.

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Bislang keine Probleme gibt es nach Auskunft der Nahverkehrsgesellschaft traffiq in Frankfurt. Der Personalstand sei konstant, sagte ein Sprecher. Auch im Bereich des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) gibt es derzeit nur vereinzelte Krankheitsfälle, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Dabei handele es sich aber um eine Momentaufnahme, dies könne sich täglich ändern.

Die Hospitalisierungsinzidenz lag am Dienstag nach Angaben des Ministeriums bei 3,94 - nach 3,85 am Montag. Eine Woche zuvor betrug der Wert 3,16. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Covid-19-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen neu in Kliniken aufgenommen wurden.

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Hessen wurden am Dienstag 202 Covid-19-Patienten behandelt (Stand 12.05 Uhr). Das geht aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. 106 von ihnen mussten beatmet werden.

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Rheinland-Pfalz bleibt trotz Kontrollmängeln Strategie treu

In Rheinland-Pfalz erwartet Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Höhepunkt der Infektionszahlen für Mitte Februar. Vor allem die noch immer Ungeimpften rief sie dazu auf, sich ebenfalls durch eine Impfung zu schützen. Von Ende Februar an könne in Rheinland-Pfalz außerdem das neue Vakzin von Novavax verabreicht werden. Innerhalb weniger Stunden habe es dafür bis Dienstag über das Impfportal schon rund 6500 Anmeldungen gegeben, teilte Dreyer mit. Es sei ein gutes Zeichen, „dass wir damit also auch Menschen erreichen, die sich aus Zweifel an mRNA-Impfstoffen bisher nicht impfen ließen.“ Landesweit betrachtet seien mittlerweile 82,5 Prozent der Erwachsenen, 58,6 Prozent der Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren sowie 6,3 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen zweifach geimpft. Und viele Rheinland-Pfälzer hätten auch schon eine Auffrischungsimpfung bekommen.

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Dass in verschiedenen Mainzer Clubs trotz Pandemie und einer aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 1181,8 immer noch zu viel getanzt und zu wenig kontrolliert wird, kann die Landesregierung offenbar nicht von der eingeschlagenen Corona-Bekämpfungsstrategie abbringen. In ganz Rheinland-Pfalz, für das am Dienstag ein Inzidenzwert von 710,0 und eine Hospitalisierungsrate von 4,28 gemeldet wurde, soll es laut Staatskanzlei vorerst keine Verschärfungen, allerdings auch keine Lockerungen der Vorschriften geben.

Am Wochenende hatten Polizei und Ordnungskräfte bei Kontrollen der Mainzer Club- und Barszene zumindest in einzelnen Betrieben Mängel bei der Kontakterfassung der Gäste und Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt – woraufhin die betreffenden Einrichtungen laut Stadtverwaltung vorübergehend geschlossen wurden. Von solchen Einzelfällen abgesehen sei es dem „besonnenen Verhalten“ vieler Bürger zu verdanken, dass sich der zeitweilig steile Anstieg der Infektionszahlen abgeschwächt habe, sagte Ministerpräsidentin Dreyer am Montagabend nach einer weiteren Beratungsrunde mit Vertretern des Bundes und der Länder.

Quelle: sug./dpa
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