Einstein von Darmstadt

Wenn der Stadtkater entführt wird

Von Sonja Jordans
04.08.2020
, 14:11
Darmstadts Stadtkater Einstein ist am vergangenen Sonntag offenbar von Unbekannten „mitgenommen“ worden. Die Meldung hatte in dem sozialen Netzwerk sogleich Aufregung verursacht.

Was war denn da los? Entführung, Versehen oder der – lieb gemeinte, aber unnötige – Versuch, ein vermeintlich ausgebüxtes Haustier zu retten? Darmstadts Stadtkater Einstein jedenfalls ist am vergangenen Sonntag offenbar von Unbekannten „mitgenommen“ worden. So zumindest beschrieb es ein Augenzeuge der Aktion auf Facebook.

Die Meldung hatte in dem sozialen Netzwerk sogleich Aufregung verursacht. Der umtriebige Einstein, der in diversen Hotels, Cafés und Geschäften der Innenstadt Stammgast ist und dessen Facebook-Seite inzwischen mehr als 4000 Mitglieder zählt, sei „von Leuten mit in die Straßenbahn Richtung Kranichstein“ genommen worden, postete ein Mann. Er denke nicht, dass es die Besitzer des Tieres gewesen seien.

Wie sich herausstellte, hatten Einsteins Halter tatsächlich keinen Ausflug mit ihrem Kater unternommen. Schon mehrten sich unter dem Post die Kommentare: Wo ist der Kater? Wer hat ihn mitgenommen? Und was kann man tun? Gegen Abend dann Entwarnung – Einstein ist wieder zu Hause. Offenbar wurde der stadtbekannte Kater am Rhönring ausgesetzt. Dort hatten ihn Einstein-Kenner eingefangen und die Besitzer informiert.

Einsperren lässt sich Einstein nicht

Wer den Kater mitnahm, wie er wieder in Freiheit gelangte und ob die Personen, die ihn mitgenommen haben sollen, vielleicht sogar darauf angesprochen worden waren, wen sie sich da geschnappt hatten, ist unklar. Einstein, der am Rande des Martinsviertels zu Hause ist und gerne durch seine „Lieblingsgeschäfte“ der Darmstädter Innenstadt stromert, war in der Vergangenheit schon öfter eingesammelt und ins Tierheim gebracht oder bei der Polizei abgegeben worden. Offenbar waren immer wieder Menschen davon ausgegangen, der Kater sei ausgebüxt. Dabei sei er einfach nur gerne unterwegs, hatten seine Besitzer seinerzeit im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt. Einsperren lasse sich der Kater nicht.

Seit er jedoch durch seine Facebook-Seite und Medienberichte noch bekannter geworden ist, lande er nicht mehr regelmäßig im Tierheim. Zudem passt inzwischen die halbe Stadt auf ihn auf, wie sich am Sonntag gezeigt hatte. Wenn der Kater geärgert oder gejagt wird, spricht sich das schnell herum.

Quelle: F.A.Z.
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