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Minibüros inklusive

Die Zukunft des Sitzens im Pendlerzug

Von Timo Kalbitzer
 - 06:10
Bitte Platz nehmen: Bequemes im „Ideenzug§ der DB Regiozur Bildergalerie

Der Zug zur Arbeit ist wieder komplett überfüllt, natürlich gibt es keinen Sitzplatz. Was in einer Pendlerregion wie Rhein-Main viele aus ihrem Alltag kennen, könnte in Zukunft noch schlimmer werden. Mit einer Milliarde zusätzlicher Passagiere rechne die Bahn im Nahverkehr in den nächsten Jahren, sagt Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio. Lösungen, wie dieser Ansturm zu bewältigen ist, stellte das Tochterunternehmen der Bahn beim „Erlebnistag Innovation“ im Bahn-Hochhaus in Frankfurt und im Depot in Oberursel vor.

Demnach könnten die Züge der Zukunft so aussehen: Wer einsteigen will, sieht an Anzeigen über der Tür, wo noch freie Plätze sind. Auf den Fußboden projizierte Piktogramme weisen Fahrgästen mit Fahrrädern den Weg zu ihrem Platz. Wer noch müde ist, kann sich in eine der futuristischen Schlafkojen legen, die sich in Form von Hochbetten im Abteil befinden. Wer sich produktiver fühlt, nutzt die Büros, kleine Glaskabinen mit einem Sitzplatz und einem Tisch.

Komfortabel neu

All das gibt es bisher nur im „Ideenzug“, dem nachgebauten Modell eines Zugabteils, das in einer Lagerhalle in Oberursel steht. In diesem wird experimentiert, wie Bahnfahren in Zukunft aussehen könnte. Eng, aber komfortabel neu waren für die meisten der rund 400 Besucher, darunter auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen), die Konzepte für innovative Sitzplätze.

So ist etwa eine Bank direkt vor der gegenüberliegenden Abteiltür angebracht. Werde die Tür gebraucht, könne man die Bank an die Decke schieben, erklärt Phillip Kühn, Leiter des Fahrgastmanagements. Im oberen Stock des zweistöckigen Abteils sind Sitze an den Seiten des Waggons angebracht. Ziel der Designer sei es gewesen, mehr Leute in den Zügen unterzubringen, ohne auf Komfort zu verzichten, so Kühn. Viele der Sitze lassen sich klappen, so dass ein Stehplatz entsteht.

Einige dieser Ideen würden nie umgesetzt, sagt Kühn. Andere befänden sich noch in der Entwicklung, so dass nicht klar sei, wann sie einsatzbereit seien. Einige Entwicklungen des „Ideenzugs“ haben es aber bereits auf die Schienen geschafft. In einem Wagen der DB-Regio-Tochter Südostbayernbahn wurden einige der neuen Sitzgelegenheiten eingebaut. Von 2020 an soll der Zug regulär unterwegs sein.

Erweiterte Realität

Virtueller ging es im Silberturm zu. Dem Fachpublikum wurden dort unter anderen digitale Entwicklungen für den Nahverkehr vorgestellt. Mit Hilfe einer App sollen Fahrgäste zum Beispiel den Zug bereits sehen können, bevor er in den Bahnhof fährt. Mit Hilfe von „Augmented Reality“ – erweiterter Realität – soll es möglich werden, den Zug auf dem Smartphone zu betrachten, sich Informationen wie die Wagenreihung oder die Auslastung der Abteile anzeigen zu lassen.

Digitale Innovationen seien hilfreich, um mit den wachsenden Passagierzahlen mithalten zu können, sagt Sandvoß. Wobei das nur gelingen werde, wenn die realen Gegebenheiten verbessert würden: Die Bahn brauche mehr Personal, mehr Gleise und mehr Züge. Immerhin: Durch die Klimadebatte bekomme die Bahn mehr Rückenwind aus der Politik. „Wir werden endlich nicht mehr als Problem, sondern als Lösung wahrgenommen.“

Quelle: F.A.Z.
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