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Edles Sommelier-Messer

Stilgerecht zum Plopp

Von Oliver Bock
 - 06:00
Mit Seele: Das Sommelier-Messer von Claude Dozorme

Der Korken ist tot, es lebe das Aluminium? Keineswegs. Zwar stimmt es, dass viele Weingüter ihre einfachen Basisweine nicht länger mit dem Naturprodukt südeuropäischer Korkeichenwälder verschließen, sondern auf (preiswertere) Metallverschlüsse mit eingelegter Kunststoff- oder Zinnfolie vertrauen. Und mancher Erzeuger, etwa die Hessischen Staatsweingüter, haben sich sogar ganz vom Korken abgewandt. Die Qualitätsprobleme der Korkindustrie in Spanien und Portugal haben diese Entwicklung in der Vergangenheit maßgeblich befördert. Doch die Lage hat sich wieder deutlich gebessert. Der Korken hat Zukunft, und die edelsten Weine der Welt sind allesamt mit ihm verschlossen.

Das macht schon aus ökologischen Gründen Sinn. Ein Ökowein mit einem energieintensiv gewonnenen Aluminium-Verschluss ist ein Widerspruch in sich. Greta jedenfalls wird, wenn sie als Erwachsene einmal zu Wein greifen sollte und ihn sich im teuren Skandinavien auch leisten kann, zweifellos zu Weinflaschen mit Naturkork greifen und das Leichtmetall verschmähen.

Edler Blickfang mit feinstem Damaststahl

Doch wie kommt der Kork aus der Flasche? Für das elektrisierende „Plopp“ bedarf der Weinfreund eines stilgerechten Öffners. Korkenzieher gibt es seit dem Ende des 17. Jahrhunderts, als die Glasflasche ihren Siegeszug begann. Der Korken erwies sich als guter Verschluss. Ihm folgte zwangsläufig der Korkenzieher, dessen Vielfalt so groß ist, dass es sogar Museen gibt und sich seine Sammler in Deutschland im „Verein Korkenzieherfreunde“ organisiert haben.

Jeder gute Korkenzieher muss eine Seele haben. So heißt der Freiraum in der Mitte der Wendel. Das verhindert, dass lediglich ein Loch in den Korken gebohrt wird und ihn dabei zerkrümelt. Das aktuell vielleicht schönste Exemplar ist das Sommelier-Modell „Laguiole Claude Dozorme“. Ein extrem edler Blickfang aus feinstem Damaststahl, der mit 429 Euro seinen Preis hat. Doch dieses Kellnermesser wird in Handarbeit in der im Jahr 1902 gegründete Messerschmiede Claude Dozorme im französischen Thiers gefertigt. Sie gehört zu den renommierten unter den rund 130 Laguiole-Schmieden in Frankreich. Der Aufwand ist enorm, weil Damaststahl in vielen Arbeitsschritten hergestellt wird, sie sind für jeden Schmied eine Herausforderung. Das Ergebnis liegt nicht nur gut in der Hand. Es lässt die Liebe zur Handarbeit und die Leidenschaft zur Tradition geradezu spüren. Bis zum ersehnten „Plopp“.

Quelle: F.A.Z.
Oliver Bock - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Oliver Bock
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.
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