FAZ plus ArtikelVorwürfe gegen Schulleitung

Wo Schüler und Eltern streiken

Von Hans Dieter Erlenbach, Höchst im Odenwald
18.05.2022
, 15:56
Protest: Kundgebung vor der Ernst-Göbel Schule in Höchst im Odenwald
Durch eine Schule in Höchst im Odenwald geht ein Riss. Mobbing und Willkür werden dem Schulleiter vorgeworfen. Der weist die Vorwürfe entschieden zurück.
ANZEIGE

Schüler streiken, der Schulleitung wird Willkür und Mobbing vorgeworfen, und jetzt ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft. An der Ernst-Göbel-Schule in Höchst im Odenwald ist es mit dem Schulfrieden nicht mehr weit her. Das Verhältnis zwischen der Schulleitung auf der einen sowie der Schülerschaft, den Elternvertretern, dem Personalrat und einem Teil des Kollegiums auf der anderen Seite gilt als zerrüttet. Dabei handelt es sich bei näherer Betrachtung zunächst um nicht mehr als einen Konflikt zwischen zwei Pädagogen mit unterschiedlichen Vorstellungen über die Entwicklung der Oberstufe, der eskaliert ist. Am Freitag wollen die Eltern zwischen 7.30 Uhr und 9 Uhr streiken und danach an die Schüler übergeben, die bis 12 Uhr streiken werden. Der Schulleiter habe den Eltern schon ein Hausverbot erteilt, sie dürfen das Schulgelände nicht betreten, berichtete die Vorsitzende des Kreiselternbeirats, Gudrun Gebhardt.

Der Konflikt zwischen Schulleiter Ralf Guinet und dem Oberstufenleiter Rüdiger Wehde begann zu Beginn des Jahres. Der Schulleiter wollte verschiedene Kurskombinationen und die Wahlfreiheit der Schüler auf bestimmte Lehrer abschaffen und die Oberstufe anders strukturieren, der Stufenleiter war dagegen. Wehde, ein bei der Schülerschaft beliebter Pädagoge, warf der Schulleitung Mobbing vor, was diese sich nicht bieten lassen wollte und Wehde kurzerhand in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt vorerst bis Ende Juli an eine andere Schule versetzte. Die rund 1200 Schüler der Bildungseinrichtung mit einem recht großen Einzugsgebiet rund um Höchst gingen teilweise auf die Straße und forderten die Rückkehr Wehdes an die Schule. Unter anderem demonstrierten sie vor dem Schulamt. Vergebens. Vergangene Woche folgte eine weitere Demonstration mit rund 150 Oberstufenschülern. Die Schulleitung warnte vor einer Teilnahme: Jeder, der demonstriere, schwänze widerrechtlich den Unterricht und bekomme Fehlstunden eingetragen, drohte der Schulleiter und gab eine entsprechende Weisung an die 125 Lehrer heraus. Um Beweise zu sammeln, fotografierte er die Demonstrierenden mit seinem Mobiltelefon, berichten Teilnehmer.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Lesermeinungen
Alle Leser-Kommentare
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Frankfurt Jobs
Jobs in Frankfurt finden
Immobilienmarkt
Immobilien in Frankfurt am Main
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
ANZEIGE