Energiewirtschaft

Strom aus Erdwärme für 8000 hessische Haushalte

27.04.2005
, 13:54
Das erste Erdwärmekraftwerk in Hessen soll am Rhein im südhessischen Riedstadt entstehen. Das geplante Kraftwerk soll jährlich mehr als 24 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies deckt etwa den Bedarf von 8000 Haushalten.
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Das erste Erdwärmekraftwerk in Hessen soll am Rhein im südhessischen Riedstadt entstehen. Untersuchungen des Erdreichs haben ergeben, daß die Region für die umweltschonende Technik geeignet ist, wie Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Abeln (CDU) am Mittwoch bei einem Informationsbesuch sagte. Nach einer erfolgreichen Probebohrung im Herbst könnte die Anlage bereits Ende 2006 fertig gestellt werden. Geothermie-Kraftwerke nutzen 120 bis 150 Grad heißes Wasser aus rund 2000 Meter Tiefe für die Stromgewinnung.

Im Oberrheingraben ist die Erdkruste besonders dünn und zerklüftet. Dadurch kann nach Auskunft des Geschäftsführers der Betreiberfirma HotRock, Horst Kreuter, bereits aus relativ geringer Tiefe kochendes Wasser gefördert werden. „In anderen Regionen müßte man bis auf 4000 Meter vordringen.“ Das Geothermie-Kraftwerk wandelt die Wärme in Strom um und pumpt das Wasser wieder in den Boden zurück. „So entsteht ein geschlossenes System, positiv für Klima und Umwelt“, sagte Kreuter.

Strom für 8000 Haushalte

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Das geplante Kraftwerk soll mit einer Leistung von rund drei Megawatt jährlich mehr als 24 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dies deckt etwa den Bedarf von 8000 Haushalten. In einem konventionellen Gaskraftwerk entstünden bei dieser Produktion jährlich 13 Millionen Kilogramm Kohlendioxid. Der umweltfreundliche Geothermie-Strom wird nach dem Gesetz für erneuerbare Energien mit 15 Cent pro Kilowattstunde vergütet.

Für die umfangreichen Tiefenuntersuchungen, die rund 500.000 Euro kosten, erwartet Kreuter Zuschüsse vom Bundesumweltministerium und der hessischen Landesregierung. Die Karlsruher Firma baut zurzeit ihr erstes Kraftwerk im pfälzischen Offenbach an der Queich, das Mitte kommenden Jahres in Betrieb gehen soll. Weitere Projekte im Rheingraben sind geplant.

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Die hessischen Grünen haben die Landesregierung aufgefordert, das Projekt zu unterstützen. Außerdem solle das Land gemeinsam mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ein Konzept für die konsequente Nutzung der Geothermie im Oberrheingraben erarbeiten.

Quelle: dpa
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