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Erstaufnahmeunterkunft Gießen

„Ein Paradies für Hemmungslose“

Von Wolfgang Oelrich, Gießen
28.04.2021
, 11:42
Einsatzschwerpunkt: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen Bild: Imago
Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen gilt als Brennpunkt der Kriminalität. Ein Flüchtlingshelfer berichtet von seinen Erfahrungen und fordert Unterstützung für Unterkünfte.
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Die Polizei in Gießen klagt, dass sich das zentrale Flüchtlingslager in der Stadt zu einem Brennpunkt der Kriminalität entwickele. Der Flüchtlingshelfer und Grünen-Politiker Klaus-Dieter Grothe bestätigt Berichte über die erschreckenden Zustände in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen. Er fordert ein hartes Durchgreifen in Form einer konzertierten Aktion von Polizei, Justiz und Ausländerbehörden sowie die Rücknahme des Ende 2019 erlassenen Geordnete-Rückkehr-Gesetzes, das die zentrale Unterbringung für maximal 18 Monate all jener vorsieht, die einen Asylantrag stellen.

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Mehrmals am Tag wird die Polizei in die Flüchtlingsunterkunft an der Rödgener Straße in Gießen gerufen. Meist geht es um Streit, Körperverletzung, Drogen oder Diebstahl. Beamte der Polizeistation Gießen-Nord wandten sich jüngst an die Öffentlichkeit, weil sie bei Vorgesetzten und Politikern kein Gehör gefunden hätten. Die nackten Zahlen spiegeln eine zunehmende Eskalation wider. 905 Mal wurden die Sicherheitskräfte im vergangenen Jahr in die ehemalige Kaserne der amerikanischen Armee gerufen. 2019 waren es 451 Einsätze, im Jahr davor 330. Diese Auflistung zählt nur die sogenannten Ad-hoc-Alarmierungen auf. Hinzu kommen planbare Einsätze wie Abschiebungen oder Ermittlungsgesuche.

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Nach Auskunft des Regierungspräsidiums in Mittelhessen ist die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen derzeit mit 1970 Personen belegt. Zum Ende des Jahres 2019 waren es noch 1121. Die maximale Auslastung liegt bei 2019 Personen. Die Herkunftsländer sind: Afghanistan 35 Prozent, Syrien 23 Prozent, Türkei sechs Prozent, Irak fünf Prozent. Aus den Maghreb-Staaten – Algerien, Marokko, Tunesien – stammen demnach nach Angaben des Regierungspräsidiums sechs Prozent. Die verbleibenden 25 Prozent entfallen auf den Rest der Welt.

Quelle: F.A.Z.
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