FAZ plus ArtikelKriminalstatistik Hessen

Mehr Straftaten von links und rechts außen

Von Robert Maus
05.03.2021
, 18:59
„Äußerst besorgniserregend“: In diesem Jahr wurden genauso viele Polizisten angegriffen wie im vergangene Jahr (Symbolbild).
In Hessen sinkt die Kriminalität. Die Statistik weist einen „historischen Tiefstand“ aus. Aber die Zahl rechts- und linksextremer Straftaten steigt. Zudem gibt es mehr Fälle von Kinderpornografie.
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Die Kriminalität in Hessen ist das vierte Jahr in Folge zurück gegangen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der registrierten Fälle um 6,1 Prozent auf 342 423 Taten. Das ist der niedrigste gemessene Wert seit 1980. Mit einer Kriminalitätsbelastung von 5446 Straftaten je 100.000 Einwohner sei die Gefahr, in Hessen Opfer eines Verbrechens zu werden, auf einem „historischen Tiefstand“, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag gemeinsam mit der Präsidentin des Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, und dem Landespolizeipräsidenten Roland Ullmann mit. Laut der Kriminalstatistik ist die Aufklärungsquote leicht auf 65,5 Prozent gestiegen. Eine höhere Quote habe es seit Einführung der computerbasierten Kriminalitätsstatistik 1971 nicht gegeben, so Beuth weiter. Der Rückgang hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun.

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Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Hessen jedoch massiv gestiegen. Wurden 2019 insgesamt 1638 politisch motivierte Delikte registriert, waren es im vergangen Jahr 2488. Das ist ein Anstieg um 52 Prozent. Den größten Anteil hatte daran der Rechtsextremismus mit 1270 Taten, von denen alleine 626 Propagandadelikte und 324 Fälle von Volksverhetzung waren. Den Anstieg führte Beuth auf Hetz-Kommentare nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Jahr 2019 und dem rassistisch motivierten Terroranschlag in Hanau zurück. Insgesamt stiegen die rechtsextremen Taten um 38 Prozent. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist um 52 Fälle auf 128 gestiegen. In der Statistik sind auch die neun Morde in Hanau am 19. Februar 2020 enthalten. „Wir werden weiter sehr konsequent den Kampf gegen jegliche Form von Extremismus aber insbesondere auch gegen den Rechtsextremismus aufnehmen“, sagte Beuth.

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