Gut 1500 neue Fälle in Hessen

Nur ein Land mit schwächerer Impfquote als Hessen

21.01.2021
, 16:33
In Hessen haben sich 1583 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet das Robert-Koch-Institut. Derweil schreitet die Impfkampagne in den Regionalzentren weiter voran – doch die Quote bleibt niedrig.

In den sechs großen regionalen Impfzentren in Hessen erhalten nach und nach Senioren über 80 Jahren mit festem Termin ihre erste vorbeugende Spritze gegen das Coronavirus. Seit Dienstag ist auch jenes in Heuchelheim nahe Gießen offen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich dort nach einem Besuch zufrieden und optimistisch gezeigt. „Das ist ein Ort, wo Hoffnung realisiert wird“, sagte er laut dpa am Donnerstag nach dem Rundgang in dem früheren Möbelhaus, das kurz hinter der Stadtgrenze in Heuchelheim liegt. „Diese Pandemie können wir erfolgreich nur bekämpfen, wenn wir das alle gemeinsam Hand in Hand machen“, sagte Bouffier, der das Engagement aller Helfer lobte. Hessen werde ununterbrochen weiter impfen. „Wir machen keine Pause.“

Allerdings müsse man angesichts der noch knappen Impfstoffmengen um Geduld werben. Das Land hat nach dem Erhalt einer Lieferung des Herstellers Biontech zunächst 60.000 Termine vergeben. Bis einschließlich Mittwochabend sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) 94.369 Impfdosen verabreicht worden. Am Morgen hat das RKI abermals weniger neue positive Corona-Tests, aber mehr Tote in Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet als vor einer Woche. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund teilt derweil mit, von Montag an OP- und FFP2-Masken zu verteilen, zunächst gratis.

Höchste Inzidenzen in Osthessen

Die Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist verzeichneten neuen Fälle, stagniert, sie liegt aber merklich tiefer als am vergangenen Donnerstag. Gleichwohl rangiert sie weiter deutlich über der Marke 50, die von Politik und Medizinern als kritisch angesehen wird (siehe Grafik zum Eskalationskonzept).

Das Robert-Koch-Institut hat für Hessen 1583 neue Corona-Infektionen gemeldet nach 1656 vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erhöhte sich bis Donnerstag in Hessen um 67 nach 64 am vergangenen Donnerstag und 118 an diesem Mittwoch. Seit Beginn der Pandemie sind 4257 an oder mit Corona gestorben. Die wichtige Kennziffer der Sieben-Tages-Inzidenz liegt in Hessen bei 119,3 nach 141 vor Wochenfrist.

Hotspot bleibt der Landkreis Fulda mit einer Inzidenz von 281. Den zweithöchsten Wert weist der Kreis Hersfeld-Rotenburg mit 176,65 auf. Die niedrigsten Kennziffer hat Kassel mit 63 gefolgt vom Rheingau-Taunus mit gut 71 und dem Kreis Marburg-Biedenkopf mit 78,3. Drei der fünf Großstädte und vier der 21 Landkreisen weisen eine Inzidenz von unter 100 auf. Das Gros bewegt sich zwischen 100 und 200.

1813 der 2093 Intensivbetten belegt

Laut Sozialministerium haben hessische Kliniken zuletzt 2059 Corona-Patienten betreut, 486 von ihnen mussten sie intensivmedizinisch behandeln und beatmen. 263 Beatmungsbetten seien frei. Vor einer Woche war von 520 beatmeten Patienten und 2240 Covid-Kranken insgesamt die Rede. Vor 14 Tagen hatte das Ministerium 572 Covid-Kranke in Beatmungsbetten gemeldet und alles in allen 2618 Corona-Patienten; das waren die höchsten Zahlen bisher. Seit Anfang Oktober waren es immer mehr Patienten mit dem Coronavirus geworden. 1813 der 2093 zur Verfügung stehenden Intensivbetten waren bis Mittwochmittag belegt. Davon werden rund ein Viertel der Betten von Covid-Patienten in Anspruch genommen.

1,3 Prozent der Hessen nun geimpft

Bis einschließlich Mittwochabend haben 94.369 Personen in Hessen eine vorbeugende Spritze gegen Corona erhalten. Das waren gut 5100 mehr als am Vortag. 1,3 Prozent der Hessen sind nun geimpft. Das Bundesland ist aber mittlerweile zurückgefallen in der Rangliste. Lag Hessen zu Beginn der Impfkampagne unter den westlichen Flächenländern vorne, ist es mittlerweile nicht nur von Schleswig-Holstein, Bayern, dem schlecht aus den Startlöchern gekommenen Rheinland-Pfalz und Niedersachsen überholt worden, auch hat Nordrhein-Westfalen aufgeschlossen. Nur Baden-Württemberg liegt hinter Hessen und NRW.

Bundesweit an der Spitze liegt weiter Mecklenburg-Vorpommern (2,8) vor Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz mit jeweils 2,6 sowie Bremen. Auch Berlin, Brandenburg, Hamburg sowie das Saarland, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen vor Hessen. Der Bundesdurchschnitt beträgt 1,6 Prozent der Bevölkerung.

Quelle: thwi./dpa
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