FAZ plus ArtikelUnglück mit drei Toten

Hinweise auf Cannabiskonsum vor tödlichem Autounfall

Von Ole Kaiser
13.10.2021
, 16:28
Verhandlungsort: Amtsgericht in Frankfurt am Main
Im Prozess gegen den Todesfahrer von Hofheim hat das Gericht weitere Zeugen vernommen. Strittig bleibt die Frage, ob der Neunzehnjährige Drogen genommen hatte.

Als er in den Gerichtssaal des Amtsgerichts Frankfurt geführt wird, trägt er seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Ein Schreibblock, den er vor den Kopf hält, schützt ihn vor den Blicken anderer. Erst als er sich setzt, erkennt man ihn. Vorgebeugt, die Hände in den Schoß gelegt, den Blick gesenkt. Diese Körperhaltung wird er während der gesamten Verhandlung nicht ändern. Der 19 Jahre alte Sebastian B. ist angeklagt, als Fahrer bei einem Autounfall den Tod dreier Freunde fahrlässig verursacht zu haben, am Mittwoch war der zweite Verhandlungstag. Außer zweier Zeugen hört das Gericht sich das toxikologische Gutachten an: Im Blut des Angeklagten wurde eine erhöhte Konzentration von Cannabinoiden nachgewiesen. Der Unfall hatte sich am 10. Juli 2020 auf einer Landstraße nahe Hofheim ereignet.

B. war gegen 21 Uhr, nach dem Besuch einer Shishabar, nach Erkenntnissen der Ermittler mit Tempo 135 in eine Rechtskurve gefahren und hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Das Auto kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrmals und prallte mit dem Dach gegen einen Baum. Die 18 und 19 Jahre alten Mitfahrer auf den Rücksitzen starben am Unfallort. Der 17 Jahre alte Beifahrer erlag seinen Verletzungen wenig später im Krankenhaus. Der Fahrer brach sich lediglich das Schlüsselbein.

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