Jugendgerichtshelfer

Fachleute fordern mehr Hilfen für kriminelle Jugendliche

08.01.2008
, 13:29
Schweißtreibend: Lothar Kannenberg trainiert kriminelle Jugendliche in seinem „Boxcamp”
In der Debatte um kriminelle Jugendliche fordert die Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen mehr Geld für Trainingskurse oder den Täter-Opfer-Ausgleich. Hessen habe sich 2003 weitgehend aus der Finanzierung verabschiedet.
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In der Debatte um kriminelle Jugendliche hat die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen mehr Geld für soziale Trainingskurse oder den Täter-Opfer-Ausgleich gefordert. Das Land Hessen habe sich 2003 aus der Finanzförderung der Arbeit mit kriminellen Jugendlichen weitgehend zurückgezogen, sagte der hessische Landesvorsitzende des Verbandes, Frank Weyel.

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„Wenn die CDU es ernst meint mit der Erziehung von jungen Straftätern, müsste sie jetzt Gelder für neue Einrichtungen der Jugendhilfe bereitstellen.“ In dem Verband sind Juristen, Kriminologen, Polizisten und Bewährungshelfer organisiert.

Lautenschläger: Erziehungscamps nicht einfach ablehnen

Die hessische CDU-Regierung hält derweil der SPD das Erziehungscamp des ehemaligen Profiboxers und Drogensüchtigen Lothar Kannenberg bei Kassel als Modell zum Umgang mit kriminellen Jugendlichen entgegen.

Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) forderte in Wiesbaden, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) solle nicht Erziehungscamps mit Blick auf amerikanische „Boot Camps“ ablehnen. In Kannenbergs Heim für 20 Jugendliche gehe es nicht darum, „den Willen zu brechen“. Die Mischung aus Sport, Arbeit und Handwerk vermittele den jungen Leuten „klare Strukturen und Regeln“, sagte Lautenschläger. „Wir brauchen mehr Kannenberg und weniger Zypries.“ („Boxcamp“ für junge Kriminelle: „Mit Zwang geht hier gar nichts“)

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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