Landwirtschaft

Sauer auf Zuckermarkt-Reform: Minister springt Rübenbauern bei

22.06.2005
, 13:26
Auch Rübenbauer Willi Maaßen fürchtet sinkende Garantiepreise
Mit großen Traktoren sind Rübenbauern zum Parteibüro der Wiesbadener SPD und dem Parteibüro der Frankfurter Grünen gerollt. Sie protestierten dort gegen die geplante Reform des EU-Zuckermarktes und sinkende Garantiepreise.

Hessische Zuckerrübenbauern haben am Mittwoch in Frankfurt und Wiesbaden gegen die von der EU geplante Senkung der Garantiepreise für Zucker demonstriert. Sie waren jeweils mit mehreren sehr großen Traktoren zum Parteibüro der Wiesbadener SPD und dem Parteibüro der Frankfurter Grünen gerollt. Anschließend übergaben sie Vertretern der Büros Resolutionen gegen den EU-Plan.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch Vorschläge zur Reform des abgeschotteten europäischen Zuckermarktes vorgelegt. So sollen die garantierten Preise für weißen Zucker um 39 Prozent sinken. Der EU-Preis ist rund drei Mal so hoch wie der Weltmarktpreis. Die EU will zudem auf Druck der Welthandelsorganisation ihren Markt öffnen. Die Reform muß noch von den EU-Staaten beschlossen werden.

„Zucker nur noch aus Brasilien - nein danke“

Die hessischen Rübenbauern sehen nach eigenen Angaben ihre Existenz bedroht. „Zucker nur noch aus Brasilien - nein danke“ und „Ohne Not macht die EU die Rübe tot“ hieß es beispielsweise auf den Transparenten.
Hessens Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel (CDU) zeigte Verständnis für den Protest der Bauern und kritisierte die EU-Pläne. „Wir können die damit verbundenen radikalen Preissenkungen nicht akzeptieren, weil dadurch tausenden von landwirtschaftlichen Betrieben und Arbeitskräften in der Zuckerwirtschaft die Einkommensgrundlage entzogen wird.“

In Hessen sind nach Dietzels Worten mehr als 3.000 Bauernhöfe betroffen. Außerdem gehe es um die Zukunft von zwei Zuckerfabriken und vorgelagerter Betriebe, die 500 Menschen beschäftigten. Dietzel ist selbst Landwirtschaftsmeister und zeichnete als Vize-Präsident des Hessischen Bauernverbandes.

Quelle: dpa/@thwi
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