Leben nach der Pandemie

Der Vorteil liegt bei Rhein-Main

EIN KOMMENTAR Von Jacqueline Vogt
27.06.2022
, 15:14
Vom Taunus in die Stadt: Von Königstein aus ist der Weg nach Frankfurt nicht weit.
Lieber in die Stadt oder lieber aufs Land? Die Rhein-Main-Region macht Punkte mit beidem. Und mit kurzen Wegen.
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Wie wollen wir leben? In der Pandemie haben viele diese Frage anders beantwortet, als sie das vorher vielleicht getan hätten. Corona hat die Menschen aus den Metropolen vertrieben. Wer nicht in einer wohnt, will auch nicht in eine ziehen, wer in einer Großstadt lebt, sehnt sich nach dem Land. Das ist der Tenor so gut wie aller Debatten, die momentan um dieses Thema geführt werden.

Mindestens der Subtext dabei ist immer die Zukunft der Arbeitswelt, ist die Work-Life-Balance, auf die in sehr vielen Branchen gerade junge Arbeitnehmer sehr selbstverständlich achten. Dazu gehört nicht nur, was ein Arbeitgeber anbieten kann, sondern auch, wo er das tut. Nicht jeder Job lässt sich vollständig im Homeoffice erledigen, von dem dann egal ist, ob es sich in Frankfurt befindet oder auf einer Insel im Atlantik. Für immer noch sehr viele Firmen gilt, dass ihr Standort bei der Frage, ob sie Mitarbeiter gewinnen oder nicht, eine wichtige Rolle spielt.

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Ein Umfeld, das für Singles wie Familien interessant ist, muss eine gut funktionierende Infrastruktur haben, politisch und kulturell, es muss öffentliche und private Schulen geben, Museen, Theater und Ausflugsmöglichkeiten, Sportgelegenheiten. Leute auf der Suche nach einem Arbeitsplatz wünschen sich im Großen und Ganzen das, was sie auch als Reisende erwarten würden.

Für den Masterplan Tourismus 2030, der in Frankfurt erarbeitet wird, hat noch vor Ausbruch der Pandemie das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr mit einer Agentur zusammengestellt, womit Frankfurt und die Region noch mehr als bisher werben können und bei wem: bei Leuten, denen Kultur und Authentizität wichtig seien, bei Menschen aus dem „expeditiven Milieu“, die Nonkonformismus schätzten, bei denen, die „transnationale Trendsetter“ seien, mental, geographisch und kulturell mobil, und auch bei Leuten, die Wert auf Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit legten.

Das Rhein-Main-Gebiet hat Städte und ländliche Gemeinden nah beieinander, hat das Volkstheater neben der Hochkultur. Was die Region kann, hat sie an diesem Wochenende gezeigt, mit dem Ironman, mit dem Beginn des Rheingau Musik Festivals, mit vielen anderen Veranstaltungen. Wer wollte, konnte mehrere davon erleben. Denn im Rhein-Main-Gebiet sind die Wege kurz, selbst mit vielen Baustellen kürzer als andernorts. Das ist ein Pfund, das man noch oft in die Waagschale wird legen können.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Vogt, Jacqueline (jv.)
Jacqueline Vogt
Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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