Pflicht-Schutz in Schulen

„Statt Maske ist auch ein Visier erlaubt“

Von Matthias Trautsch
26.08.2020
, 11:03
Gilt erstmal für zwei Wochen: die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Hessen
Um einen Anstieg der Corona-Infektionen einzudämmen, gilt seit Montag an weiterführenden Schulen in Hessen eine Maskenpflicht. Nicht alle Lehrer und Schüler finden diese Vorgabe sinnvoll.
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Zum Schutz vor einer Übertragung des Coronavirus dürfen Schüler statt einer Stoffmaske auch ein Visier oder ein Schild aus Plexiglas tragen. Auf diese hessenweit geltende, aber vielen Eltern nicht bekannte Regelung hat Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im Bildungsausschuss der Stadtverordneten hingewiesen. Anlass war eine Debatte über die Maskenpflicht, die in den weiterführenden Schulen der Stadt seit Beginn der Woche gilt. Weber rechtfertigte die Verordnung mit den stark erhöhten Infektionszahlen. Etwa die Hälfte der neuen Infektionen gehe auf Reiserückkehrer zurück. Wie sich dieser Faktor weiter auswirke, sei in etwa zwei Wochen abzusehen. Deshalb sei die Verordnung auch auf diese Zeitdauer begrenzt. Sollte die Maskenpflicht im Unterricht dann nicht mehr nötig sein, werde sie aufgehoben.

„Mir ist vollkommen klar, dass das Maskentragen für die Kinder unangenehm ist und auch für die Lehrer, die den ganzen Tag sprechen müssen“, sagte Weber. Übergeordnet sei jedoch das Ziel, eine abermalige Einschränkung des Schulbetriebs zu verhindern. Die Beschaffung der Masken sei Privatsache, die Schulen könnten lediglich einige Exemplare für besondere Fälle vorhalten. Unter Berufung auf die Verordnung der Landesregierung sagte Weber, als Maske zähle jeder Schutz von Mund und Nase, der die Ausbreitung von Tröpfchen und Aerosolen mindere. Das kann laut hessischem Sozialministerium auch ein Schal oder ein Tuch sein. Weber sagte, dass ein durchsichtiger Gesichtsschild zum Beispiel geeignet sei beim Unterricht mit hörbehinderten Kindern, die auf das Lippenlesen angewiesen sind. Auf den Hinweis, der Infektionsschutz von Visieren sei geringer als der von Stoffmasken, entgegnete Weber, dass das insbesondere bei kleinen Kindern nicht so sehr ins Gewicht falle, weil die Öffnung der Visiere sehr tief und somit entfernt vom Gesicht anderer Personen liege.

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„Möglichkeit zum Durchatmen schaffen“

Susanne Kern vom Bündnis „Familien in der Krise“ kritisierte, dass manche Schüler acht oder mehr Stunden am Tag eine Maske tragen müssten. Die Frankfurter Stadtverordnete Kristina Luxen (SPD) sagte, bei der Maskenpflicht gehe es auch um Kinderschutz. Es müsse möglich sein, dass die Schüler zumindest in den Pausen, zum Beispiel durch eine Staffelung der Pausenzeiten, ihre Masken abnehmen dürften. „Wir müssen die Möglichkeit zum Durchatmen schaffen.“

Inge Meichsner, die Leiterin der Berta-Jourdan-Schule, hielt dem den Infektionsschutz entgegen. „Wir sind sehr dankbar für die Maskenpflicht“, sagte die Direktorin der beruflichen Schule, die vor allem Fachkräfte für Kindertagesstätten ausbildet. Das Ansteckungsrisiko mit 30 Personen in einem kleinen Klassenraum sei zu groß, zumal sich die Berufsschüler in den Kindereinrichtungen infizieren könnten. „Wir haben das Gefühl, dass wir auf einem Pulverfass sitzen“, sagte Meichsner. Wenn die vierzehntägige Maskenpflicht ende, müsse die Stadt eine Anschlussregelung finden, die zwischen den einzelnen Schulen und Schulformen stark differenziere.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Trautsch, Matthias
Matthias Trautsch
Koordination Reportage Rhein-Main.
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