Abseilaktion auf Autobahnen

Neun A-49-Gegner in Untersuchungshaft

28.10.2020
, 08:31
Nach den Abseilaktionen von Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet kommen neun Gegner des A-49-Weiterbaus in Untersuchungshaft. Als Grund dafür nennt das Frankfurter Amtsgericht Fluchtgefahr.

Das Amtsgericht Frankfurt hat am späten Dienstagabend Haftbefehle gegen alle elf Personen erlassen, die sich zu Wochenbeginn als Protest gegen den Weiterbau der A49 von mehreren Autobahnbrücken abgeseilt und damit ein Verkehrschaos auf der A 3, A 5 und A 661 ausgelöst hatten.

Nach Auskunft des Gerichts sind neun Aktivisten in Untersuchungshaft. Zwei wurden unter Meldeauflagen und mit der Auflage eines Betretungsverbots für den Dannenröder Forst verschont. Die Vorführungen dauerten bis 22.30 Uhr.

Fahrlässige Körperverletzung

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die die Ermittlungen wegen Nötigung gegen die elf sogenannten Abseiler und eine Reihe weiterer Unterstützer führt, Haftbefehle beantragt. Hintergrund war, dass die elf Personen keine Angaben zu ihrer Identität machen wollten, wodurch sich die Fluchtgefahr ergibt, mit der die Haftbefehle begründet wurden. Angaben dazu, ob mehrere Unfälle auf der A3, der A5 und der A661 am Montag im Zusammenhang mit den Abseilaktionen der Umweltaktivisten stehen, konnte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft noch nicht machen.

Jedoch steht bisher nicht der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum. Dies ist allerdings bei sieben anderen Umweltaktivisten der Fall, die vor etwa zwei Wochen ebenfalls mit einer Abseilaktion einen Stau auf der A3 ausgelöst hatten, an dessen Ende es zu einem Auffahrunfall mit einem Schwerverletzten kam. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Einer der Aktivisten, der sich von einer Brücke abgeseilt hatte, war nach der Aktion ebenfalls einem Haftrichter am Amtsgericht Wiesbaden vorgeführt worden.

Genau wie im Frankfurter Fall wollte er seine Identität nicht preisgeben. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft wurde der Mann jedoch von der Untersuchungshaft verschont, weil er seinem Verteidiger eine Zustellungsvollmacht erteilte. Damit haben die Ermittlungsbehörden eine Adresse, über die sie den Beschuldigten erreichen können.

Quelle: anla.
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