FAZ plus ArtikelPhänomen „Pop its“

Es ploppt auf allen Schulhöfen

Von Daniel Meuren
18.10.2021
, 09:00
Am Drücker: Sogenannte Pop its haben offenbar auch auf nervöse Kinder eine beruhigende Wirkung.
„Pop its“ haben den Spielwarenmarkt im Sturm erobert – und das ganz ohne Werbung. Spielwarenhändler können sich den Erfolg kaum erklären. Geholfen haben TikTok und Corona.
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Friedrich Demmler fühlt sich an die Achtzigerjahre erinnert. Damals war er mit seinem familiengeführten Spielwarengeschäft „Wirth – Der Kinderladen“ in Mainz ganz vorne dabei bei der Entdeckung des sogenannten Jojos für den deutschen Markt. Als es noch keine sozialen Medien gab, verschenkte er ganz simpel je zwei Jojos an Kinder und Jugendliche an acht Mainzer Schulen, zeigte ein paar Tricks, und wenige Wochen später war das mit 5000 Jojos gefüllte Lager leer geräumt. Demmler war an der Spitze eines Booms. „Das raste dann von hier aus durch Deutschland“, sagt er.

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Derzeit werden keine „Triangles“ oder „Walkadogs“ aufgeführt, wie zwei beliebte Tricks mit dem Jojo heißen. Stattdessen ploppt es überall auf den Schulhöfen. Kaum eine Kinderhand hat noch nicht an jenem Spielzeug herumgefuhrwerkt, das unter Namen wie „Pop it“ (vom Englischen „knallen“) oder „Plopper“ gerade ganze Jahrgänge in seinen Bann zieht – von den Dreijährigen bis zu den gerade der Grundschule entwachsenen Kindern. Dabei ist das Spielzeug, das auch ein wenig an elastische Formen für das Einfrieren von Eiswürfeln erinnert, ziemlich simpel. Es besteht aus zwei oder mehr Dutzend Feldern, die man mit den Fingern eindrücken kann. Dann wölben sie sich mit einem Plopp-Geräusch zur anderen Seite. Sind alle Felder gedrückt, geht es wieder in die andere Richtung.

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Daniel  Meuren - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Meuren
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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