FAZ plus ArtikelTraditionsobst Quitten

Erst steinhart und sauer, später weich und köstlich

Von Jacqueline Vogt
20.10.2021
, 11:38
Altes Kulturobst: Sie sieht dem Apfel nicht unähnlich, manchmal wird sie auch für eine Birne gehalten. Aber wenn sie reif ist, dann gibt es keinen Zweifel: Keine duftet wie die Quitte.
Sie können Süßspeisen werden oder Saft, sie baden gerne in Wein, und sie schmecken sogar zum Fleisch: Quitten haben viele Qualitäten.
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So zart die Quitte duftet – nach Zitronen und Blumen –, so zäh ist sie, will man ihr nahe kommen. Ohne Strategie geht gar nichts, ein richtig großes Messer braucht man auch. Wer in seinem Garten einen Quittenbaum hat, ist wahrscheinlich froh darum. Wer die gelben Früchte auf dem Markt sieht: unbedingt kaufen, egal ob es Apfel- oder Birnenquitten sind. Erstere sind für Gelees und Marmeladen besonders gut geeignet, weil sie besonders aromatisch sind; die meisten Quittenrezepte funktionieren aber mit beiden Sorten. Quitten, die jetzt und noch bis in den November hinein geerntet werden, sind bedeckt von einem weißlichen, festen Flaum. Man muss ihn mit einem Tuch abreiben, anschließend können die Früchte gewaschen und weiterverarbeitet werden; roh sind sie kein Genuss, die meisten sind zudem steinhart.

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Quittengelb: Das sagt jedem etwas, auch dem, der mit diesem Obst sonst wenig anfangen kann. Die Früchte, die ihre ursprüngliche Heimat im Kaukasus haben, in der Antike nach Europa verbreitet wurden und auf Mittelmeerinseln noch heute oft am Wegrand stehen, sind hierzulande längst von Apfel- und Birnbäumen verdrängt worden. Davon erzählen kann kaum jemand so kenntnisreich und unterhaltsam wie Marius Wittur, der einen Quittenhof hat, bei Volkach an der Mainschleife den Astheimer Quittenlehrpfad angelegt hat und das „Haus der Quitte“ betreibt, eine Mischung aus Laden und Bildungsstätte.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Vogt, Jacqueline (jv.)
Jacqueline Vogt
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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