Wiesbaden

Schnelle Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe

Von Oliver Bock
18.04.2021
, 16:19
Am Sonntag wurde in Wiesbaden eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Rund 3500 Menschen mussten das Gebiet rund um den Fundort herum zwischenzeitlich verlassen.

Deutlich schneller als ursprünglich geplant und ohne Schwierigkeiten haben Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes am Sonntag in Wiesbaden eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Bis um 11 Uhr hatten die rund 3500 Bewohner der Evakuierungszone im Umkreis von 500 Metern rund um den Fundort auf einem Baufeld östlich der Autobahn 643 verlassen müssen. Die meisten Bürger fanden offenbar privat irgendwo Unterschlupf.

Laut Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) suchten nur 61 Bewohner die als Sammelunterkünfte ausgewiesenen Schulen auf. Für 37 immobile Kranke mussten Liegendtransporte organisiert werden, und 28 Corona-Infizierte wurden aus ihrer häuslichen Quarantäne übergangsweise in ein Hotel verlegt. Insgesamt waren laut Franz rund 460 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz, Regierungspräsidium und Hilfsorganisationen im Einsatz, die sämtlich am Morgen auf Corona getestet worden waren. Franz forderte das Land auf, den ehrenamtlichen Mitgliedern von Rettungs- und Einsatzkräften baldmöglichst ein Impfangebot zu unterbreiten.

Nach Ablauf der Evakuierungsfrist hatte die Polizei an jeder einzelnen Haustür geklingelt und das Areal mit einer mit Wärmebildkameras ausgerüsteten Drohne überflogen. Entdeckt wurde niemand, so dass der Beginn der Entschärfung schließlich um eine Stunde auf 14 Uhr vorgelegt wurde. Und schon gut 15 Minuten später gab es Entwarnung: Die Bombe war entschärft und die sogenannten Detonatoren des Heck- und Bugzünders wurden gesprengt. Direkt im Anschluss wurde der Verkehr auf der gesperrten Autobahn wieder freigegeben und die Bewohner der rund 1200 Haushalte konnten wieder zurückkehren.

Die 125 Kilogramm schwere Fliegerbombe war am Dienstag bei Sondierungsarbeiten entdeckt worden. Mit weiteren Blindgängern wird in dem Areal nach dem Ergebnis der bisherigen Untersuchungen nicht gerechnet.

Quelle: F.A.Z.
Oliver Bock - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Oliver Bock
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.
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