Aus dem Taunus nach Frankfurt

Schneller auf dem Radweg

Von Bernhard Biener
28.12.2020
, 16:53
Für den Radschnellweg FRM 5 liegt die Machbarkeitsstudie vor. Sie weist eine 37,4 Kilometer lange Strecke aus, von der 34 Kilometer den Standard für Radschnellverbindungen in Hessen erfüllen. Kann sie Pendler zum Umsteigen bewegen?

Die Fahrtzeit hängt auch künftig von der persönlichen Kondition ab – oder der Leistung des E-Bikes. Aber eine holprige Strecke, Lücken im Radwegenetz oder fehlende Hinweise sollen kein Hinderungsgrund mehr sein, vom neuen Friedrichsdorfer Gewerbegebiet Nordost zügig auf zwei Rädern bis zum Holbeinsteg am Frankfurter Mainufer zu kommen. Jedenfalls wenn der Radschnellweg FRM 5 einmal gebaut ist, für den jetzt die Machbarkeitsstudie vorliegt. Sie weist eine 37,4 Kilometer lange Strecke aus, von der 34 Kilometer den Standard für Radschnellverbindungen in Hessen erfüllen. Sie soll vor allem Pendler zum Umsteigen aufs Fahrrad bewegen, aber auch für Ausflügler in den Vordertaunus interessant sein, so der Erste Beigeordnete des Regionalverbands, Rouven Kötter (SPD).

Der Verband beschreibt den Verlauf aus Frankfurter Perspektive. Vom Mainufer aus geht es durchs Bahnhofsviertel ins Westend, dann nach Bockenheim und Hausen. Außerhalb Frankfurts führt die Strecke an Eschborn vorbei, das über eine Kreuzung mit dem Radschnellweg FRM 4 Bad Soden–Eschborn erreicht werden kann. Nächste Station ist Steinbach, dann geht es parallel zur S-Bahn nach Oberursel. Am Bahnhof vorbei führt die Vorzugstrasse nach Bad Homburg. Von dort gibt abermals die S-Bahn Orientierung auf dem Weg nach Friedrichsdorf. Dass der Radschnellweg mitten durch den Friedrichsdorfer Stadtteil Seulberg führen soll, gefällt dort nicht jedem.

Aus Sicht Kötters erfüllt die Trasse den Anspruch, nicht nur eine Verbindung vom Taunus in die Großstadt zu schaffen, sondern auch das Pendeln zwischen den einzelnen Kommunen zu erleichtern. Außerdem führe sie bevorzugt auf vorhandenen Wegen, um die Eingriffe für Mensch und Natur gering zu halten. Auf den am stärksten befahrenen Abschnitten werden bis zu 5300 Fahrten am Tag erwartet, innerhalb Frankfurts etwa 11.000 Fahrten.

Der Radschnellweg FRM 5 ist ein Gemeinschaftsprojekt des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main und der sechs an der Wegstrecke liegenden Städte. Die Machbarkeitsstudie hat 73.000 Euro gekostet. Davon übernimmt das Land 33.000 Euro, den Rest teilen sich die Kommunen. Die Untersuchung hatte Anfang 2018 begonnen. Corona-bedingt verzögerte sich die Fertigstellung bis Oktober dieses Jahres. Als Nächstes müssen die Finanzierung geklärt, Grundsatzbeschlüsse der Städte eingeholt, die Planungsleistungen vergeben und die Aufträge erteilt werden. Diese Schritte koordiniert der Regionalverband.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Biener, Bernhard
Bernhard Biener
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.
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