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Schusswunde am Kopf

Kassels Regierungspräsident Lübcke tot

Von Nicolas Stange
 - 17:13
„Brückenbauer“: Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) ist im Alter von 65 Jahren gestorben.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 65 Jahren gestorben. Er soll nach Informationen der HNA eine Schusswunde am Kopf aufgewiesen haben. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Thöne, am Sonntag mitteilte, untersuche das Landeskriminalamt die genaue Todesursache. Das Haus von Walter Lübcke in Wolfhagen-Istha wurde am Nachmittag weiträumig abgesperrt. Ein Waffe wurde nicht gefunden. Beamte der Kriminalpolizei sollen Anwohner befragt haben. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft Kassel möchte sich am Montag zu den Ermittlungen äußern.

„Wir sind tief bestürzt über den plötzlichen Tod unseres Freundes Walter Lübcke“, erklärten der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Volker Bouffier, und der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Bodenberg am Sonntag.

In der CDU-Erklärung hieß es, als Regierungspräsident habe Lübcke „nie das klare Wort“ gescheut. „Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte.“ In diesen schweren Stunden seien die Gedanken und Gebete vor allem bei Lübckes Frau, den beiden Söhnen und dem im vergangenen Jahr geborenen Enkelsohn, erklärten Bouffier und Boddenberg.

Zehnjähriges Dienstjubiläum gefeiert

In einer Mitteilung des Regierungspräsidiums hieß es, in der Behörde herrschten „Fassungslosigkeit und Erschütterung über den Tod des beliebten und außerordentlich nahbaren“ Chefs. In seiner Amtszeit habe Lübcke das Haus durch große Veränderungen geleitet, in der seine Bodenständigkeit und sein offener, verbindlicher Umgang ihm wie auch den Beschäftigten vieles erleichtert hätten.

„Als Walter Lübcke vor knapp zwei Wochen sein zehnjähriges Dienstjubiläum feierte, verwies er noch auf seinen auf Monate hinaus übervollen Terminkalender“, teilte die CDU Hessen mit.

Lübcke wurde im nordhessischen Bad Wildungen geboren. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann arbeitete er nach Angaben seiner Partei in der Pressestelle der Kunstausstellung documenta 7. Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Kassel schloss er 1991 mit einer Promotion ab. Vor seiner Amtszeit als Regierungspräsident saß Lübcke von 1999 bis 2009 für die CDU im hessischen Landtag.

Quelle: FAZ.NET
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