FAZ plus ArtikelLebensmittelkontrolle in Südhessen

Sorgenkinder sind Sushi und Salate

Von Markus Schug, Groß-Gerau
28.06.2022
, 15:36
Sauber: Florian Becker überprüft eine Spülmaschine.
Mehr als 2500 Betriebe stehen auf der Liste der bis dato fünf Lebensmittelüberwacher des Kreises Groß-Gerau. Jetzt sollen zwei neue Kollegen hinzukommen. Was sicher auch mit dem „Salatgurkenskandal“ im Frühjahr zu tun haben dürfte.
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Glassplitter im löslichen Kaffee, Kunststoffteile im Puffreis und mit Ecstasy vergifteter Champagner; manchmal auch ein „Salmonellen“-Aufstrich beziehungsweise Listerien im Bauernhandkäse: Ein Besuch auf den vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gepflegten Internetseiten, ist nichts für zarte Gemüter. Überängstliche und Hypochonder sollten das Portal der Bundesländer deshalb besser meiden. Weil dort regelmäßig und schier unablässig Gefahrenhinweise, Produktwarnungen und Rückrufaktionen von Unternehmen veröffentlicht werden. Das alles macht deutlich, dass sich der Laie täuscht, wenn er denkt, die von einzelnen Lebensmitteln ausgehenden Gefahren selbst richtig einschätzen zu können.

Bei Sushi etwa besteht ein viel höheres Risiko als bei gebackenem Fisch. Rohmilchprodukte, Salate, Gurken und Sprossen sollten ebenfalls stets mit der gebotenen Vorsicht verzehrt werden. Und die gebackene Frikadelle dürfte im Zweifelsfall weniger gefährlich sein als der Pfefferbeißer. Die Faustregel „Gegart ist immer besser als roh“ und der Tipp, sich im Zweifelsfall „auf die eigenen Sinnesorgane“ – also auf das Sehen, Schmecken und Riechen – zu verlassen, stammt von einem, der es wissen muss. Denn Sachgebietsleiter Florian Becker ist im südhessischen Landkreis Groß-Gerau mit vier weiteren Kollegen für Lebensmittelkontrollen zuständig. Und sie alle standen, wie die ganze, damals noch zum Veterinäramt gehörende Abteilung, Mitte April deshalb mächtig unter Druck. Ausgerechnet an den Osterfeiertagen war öffentlich bekannt geworden, dass ein in Gernsheim ansässiger Obst- und Gemüsebetrieb mit Listerien kontaminierte Gurken ausgeliefert haben soll. Die Bakterien gelten als ubiquitär, also als allgegenwärtig in der Natur. Bei nicht sachgerechter Herstellung von Lebensmittel können vor allem Fleisch-, Fisch- und Milchprodukte betroffen sein; allerdings, wie offenbar im konkreten Fall, durchaus auch fertig abgepackte Salate.

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Autorenporträt / Schug, Markus
Markus Schug
Korrespondent Rhein-Main-Süd.
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