Auflagen im Adventshandel

Kein Glühwein-to-go mehr

Von Markus Schugg
Aktualisiert am 25.11.2020
 - 19:01
Ausgleich: Angesichts der abgesagten Weihnachtsmärkte sollen Lichter und Tannenbäume in Mainz etwas Weihnachtsstimmung aufkommen lassen.
In Mainz werden fortan die Corona-Regeln in der Innenstadt und im Einzelhandel verschärft. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, wird auch der Verkauf von „Glühwein to go“ verboten.

Überall dort, wo sich Menschen in der Vorweihnachtszeit nahe kommen, muss in Mainz seit Mittwoch auch im Freien eine Maske getragen werden. Die verschärfte Regelung gilt etwa auf dem Bahnhofsvorplatz, in der Augustinerstraße sowie rund um die Römerpassage und das Staatstheater; dies täglich von 10 bis 18 Uhr – außer an Sonn- und Feiertagen. Mit dieser Vorgabe reagiert der zur Corona-Bekämpfung eingerichtete Verwaltungsstab darauf, dass der Sieben-Tage-Inzidenzwert konstant bei „mehr als 200“ liege. Erfreulich sei allerdings, dass der Anstieg „gebremst werden konnte“.

Ungeachtet der bis Weihnachten geltenden sonstigen Corona-Vorschriften, die am Mittwoch bei einem Treffen von Bund und Ländern vereinbart wurden, gibt es in Mainz fortan ein „Glühwein to go“-Verbot. Gastronomen und Kioskbetreibern ist es nicht mehr erlaubt, alkoholische Getränke offen und zum Mitnehmen anzubieten. Rund um solche Ausgabestellen seien Menschenansammlungen zu befürchten, heißt es in der bis 20. Dezember befristeten Allgemeinverfügung der Stadt, die sich weitere Schritte vorbehält.

Noch nicht geklärt ist dagegen, wo genau sich diejenigen Mainzer für eine Impfung einfinden sollen, die sich freiwillig für diese Art des Virus-Schutzes interessieren. Vieles spricht dafür, dass das bis Mitte Dezember einzurichtende Impfzentrum auf dem über viele Parkplätze und große Zelte verfügende Messegelände bei Hechtsheim eröffnet wird. Bis zum Wochenende soll die Entscheidung fallen.

Wegen der Pandemie aufgegeben worden

Fest steht derweil die mittels Tieflader aus der Eifel an den Rhein geholte, etwa 13 Meter hohe Nordmanntanne, die, so sie erst einmal festlich geschmückt ist, auf dem Gutenbergplatz zumindest für etwas Weihnachtsstimmung sorgen soll. Auch in Mainz sind die lange verfolgten Weihnachtsdorf-Pläne, also die Idee, wenigstes einige Verkaufsstände in der City zu verteilen, wegen der Pandemie aufgegeben worden. Einzelhändlern, Gastronomen und Kulturschaffenden will die Stadt mit einer zum Advent beginnenden Image- und Werbekampagne unter die Arme greifen, die zwar auch, aber nicht nur als Mittel gegen die aktuelle Krise gedacht sei; vielmehr will man die Initiative 2021 fortführen. Dabei soll die Botschaft, dass sich Einkaufen in Mainz lohne, mit Zeitungs-, Radio- und Plakatwerbung sowie über Soziale Medien verbreitet werden.

Momentan werbe man für ein „achtsames Einkaufen“, sagte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) bei der Vorstellung der Kampagne, deren Intention sie kurz und knapp mit „Support your locals!“ zusammenfasste. Bei Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsvorschriften sei es besser den lokalen Einzelhändler zu unterstützen, als Geschenke nur online zu bestellen. Am Ende eines kräftezehrenden Jahres sei das Weihnachtsgeschäft für viele Betriebe besonders wichtig, sagte Anja Obermann, die Vorsitzende des Vereins Mainz City Management. Eines habe die Corona-Pandemie jedenfalls deutlich vor Augen geführt, befand der fürs Citymarketing zuständige Geschäftsführer August Moderer: Eine Innenstadt könne nur funktionieren, wenn das entsprechende Angebot seitens Einzelhandel, Gastronomie und Kultur auch erlebbar sei.

Quelle: F.A.Z.
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