Vollsperrung aufgehoben

Ursache für Unfall mit vier Toten auf der A5 weiter unklar

19.09.2021
, 21:16
Die Unfallursache ist noch nicht klar.
Wegen eines schweren Unfalls war die A5 zwischen Friedberg und Ober-Mörlen mehrere Stunden vollständig gesperrt. Vier Menschen kamen ums Leben. Unter den Opfern sind mehrere junge Leute.

Am frühen Sonntagmorgen ist es auf der A5 in der Wetterau gegen 4.40 Uhr zu einem Unfall mit vier Toten und mehreren Verletzten gekommen. Zwei Personen wurden mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Unter den Todesopfern sind eine Neunzehnjährige und ein Neunzehnjähriger aus dem Landkreis Gießen. Sie hatten in einem der Unfallwagen vorne gesessen. Zwei weitere Neunzehnjährige, die im selben Auto hinten saßen, wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen von einem Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Die weiteren Toten sind ein 33 Jahre alter Mann aus dem Kreis Gießen und ein Achtundsechzigjähriger Frankfurter. Ein 52 Jahre alter Mann aus dem Rheingau-Taunus-Kreis erlitt leichtere Verletzungen.

Durch umherfliegende Trümmerteile kam es auch auf der Gegenfahrbahn zu mehreren Folgeunfällen, bei denen jedoch nur Sachschaden entstand. Eine Polizeisprecherin sprach von einem „Schlachtfeld“.

Wie es zu dem Unfall gekommen war, ist noch unklar. Die Rede war von einem Geisterfahrer. „Nach jetzigem Kenntnisstand müssen wir davon ausgehen, dass er offenbar mit dem Unfallhergang auch noch zu tun hat“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dies liegt schon deswegen sehr nahe, weil kurz zuvor bei der Polizei Anrufe eingegangen waren, die ein Auto meldeten, das auf dem Autobahnabschnitt in falscher Richtung fahre. Offenbar blieb jedoch zu wenig Zeit, um den Wagen noch zu stoppen. Hinweise von Zeugen, dass der Unbekannte mit hoher Geschwindigkeit und ohne Licht unterwegs gewesen sei, bestätigte die Polizei zunächst nicht. Gewissheit über eine Beteiligung des Falschfahrers gab es am Sonntag noch nicht, auch nicht, ob er unter den Toten sei. Ein Sachverständiger soll die Umstände des Unfalls klären. Die Polizei will zur Untersuchung des Unfallhergangs auch Aufnahmen von Überwachungskameras der Verkehrsbetriebe heranziehen.

Die Polizei musste die Autobahn zwischen Friedberg und Ober-Mörlen für mehr als sechs Stunden sperren. Zeitweise war die Straße in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Aus Richtung Bad Homburger Kreuz bildete sich nach der Sperrung der Autobahn ein mehrere Kilometer langer Stau. Infolge der Karambolage war Kraftstoff ausgelaufen, der noch von der Fahrbahn entfernt werden musste. Bis zum frühen Nachmittag dauerten die Arbeiten noch an, mittlerweile ist die Fahrbahn gereinigt. Der Verkehr fließt wieder frei. Die Räumung dauerte auch deshalb so lange, weil weitgehend alles an seinem Platz bleiben musste, bis der Gutachter alles aufgenommen hatte.

Ein ähnlich schwerer Verkehrsunfall in Hessen hatte sich 2013 ereignet. Damals waren auf der Bundesstraße 260 zwischen Nassau und Bad Schwalbach fünf Menschen ums Leben gekommen. Als Ursache nannten Ermittler damals das riskante Überholmanöver eines anderen Fahrzeugs.

Quelle: jufi./thwi./nitz./dpa
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