Impfzentrum in Hanau

Eine Impfung pro Minute

Von Jan Schiefenhövel
11.12.2020
, 13:57
Spritzen statt Sport: Impfzentrum in der Hanauer Schärttner-Halle
Sichtbarkeit der Bildbeschreibung wechseln
In einer Hanauer Halle steht alles für den Schutz vor dem Coronavirus bereit. Das Impfzentrum soll sieben Tage die Woche geöffnet sein, 900 Impfungen täglich sind geplant.
ANZEIGE

Alles steht bereit, nun wartet man in der August-Schärttner-Halle in Hanau nur noch auf eins: den Impfstoff. Wenn der Wirkstoff ankommt, kann das Impfzentrum, das der Landkreis zusammen mit der Stadt in der Sporthalle aufgebaut hat, sofort seine Arbeit aufnehmen. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung hat die Abläufe entworfen und die Halle dementsprechend eingerichtet. Auf dem Spielfeld befinden sich die verschiedenen Stationen für den Schutz vor dem Coronavirus. Wer die Halle betritt, geht zuerst zu einem von neun Tischen der Anmeldung. Dort müssen die Einladung zum Impftermin und der Personalausweis vorgezeigt werden, wie Wolfgang Lenz, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Main-Kinzig-Kreis, erläuterte. Bei der Anmeldung an der Längsseite des Spielfelds wird der „Impfling“, wie ein Besucher unter Medizinern genannt wird, auch gefragt, ob er sich gesund und fit fühlt oder ob er Anzeichen einer Grippe an sich bemerkt.

Für den weiteren Weg durch die Halle gibt es zwei Möglichkeiten. Wer sich erst noch von einem Arzt beraten lassen will, muss zu einer von fünf Kabinen, die mit Trennwänden voneinander abgeteilt sind. Darin wartet ein Mediziner, der Fragen beantwortet, zum Beispiel über das Risiko einer allergischen Reaktion auf den Impfstoff. Ist das Gespräch erledigt und ist die Entscheidung für eine Impfung gefallen, geht es weiter zu einer von zehn Kabinen an der anderen Seitenlinie des Spielfelds. Wer dort auf einem Stuhl Platz nimmt, ist von Trennwänden vor Blicken geschützt. Im Sitzen wird die Impfung mit einer Spritze in den Oberarm verabreicht. Wer zum Impftermin kommt, sollte sich so anziehen, dass er einfach und schnell den Oberarm frei machen kann, sagte Lenz.

ANZEIGE

Erweiterung der Kapazitäten möglich

Jede Impfkabine hat einen Eingang und einen Ausgang auf der anderen Seite, so dass man sich nicht entgegenkommt. Von dort geht es in eine Wartezone, in der die Patienten noch eine halbe Stunde sitzen müssen, wie der ärztliche Leiter sagte. Nach seinen Worten ist das eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass der Körper allergisch auf den Wirkstoff reagiert. Wenn eine solche Reaktion vorkommt, geschieht das dem Arzt zufolge meist schon wenige Minuten nach der Injektion, so dass 30 Minuten einen reichlichen Puffer darstellen. Für den Fall, dass eine Allergie heftig ausfällt, steht dafür eine spezielle Hilfestelle zur Verfügung, die nach den Worten von Lenz wie ein Notarztwagen ausgestattet ist. In der Sporthalle gibt es darüber hinaus genug Räume, in denen die Helfer Büros oder Schulungsräume eingerichtet haben.

Nach Angaben von Stadt und Kreis wird das Impfzentrum an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr geöffnet sein. Vorgesehen sind 900 Impfungen pro Tag, das heißt bei 15 Stunden Betriebszeit ein Impfling pro Minute. Landrat Thorsten Stolz (SPD) sagte, die Stationen ließen sich leicht erweitern, so könnten in der August-Schärttner-Halle auch mehr als 2000 Personen am Tag versorgt werden. Die Sporthalle biete genug Platz, um Abstand voneinander zu halten, auch beim Warten vor der Anmeldung. Der Impfstoff soll mehrmals am Tag geliefert werde, wie Lenz sagte, so dass immer nur die Tagesdosis und kein großer Vorrat in der Halle gelagert werde.

Die Halle wird dem Landkreis zufolge von acht Wachleuten einer Sicherheitsfirma geschützt. Bei Störaktionen von Impfgegnern werde sofort die Polizei verständigt. Als Helfer haben sich genug Fachkräfte aus allen benötigten Berufen gemeldet: Ärzte, Arzthelferinnen, Sanitäter, pharmazeutisch-technische Angestellte und medizinische Fachangestellte. Die Helfer sind nach den Worten der Gesundheitsdezernentin des Kreises, Susanne Simmler (SPD), in drei Schichten im Einsatz und werden dafür entlohnt. Die Termine für die Impfungen vergibt das Land, wie Stolz sagte, keiner müsse von sich aus bei der Kreisverwaltung nach einem Termin fragen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schiefenhövel, Jan (höv.)
Jan Schiefenhövel
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Frankfurt Jobs
Jobs in Frankfurt finden
Immobilienmarkt
Immobilien kaufen, mieten und anbieten
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
ANZEIGE