36 weitere Corona-Tote

Neue Covid-19-Fälle bleiben merklich unter Hessen-Rekord

27.11.2020
, 10:54
Für Hessen meldet das Robert-Koch-Institut rund 400 Fälle weniger als vor einer Woche, als der Rekord erreicht wurde. Allerdings gibt es abermals eine hohe Zahl von Covid-19-Opfern zu betrauern.

Auch weiterhin melden die Gesundheitsämter in Hessen dem Robert-Koch-Institut jeden Tag insgesamt weit mehr als 1000 neue bestätigte Corona-Fälle. Nach wie vor liegen die meisten Landkreise und Großstädte auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes. Allerdings bestätigt sich die Annahme, das ersehnte Plateau bei den Neuinfektionen sei erreicht: Denn die entsprechenden Zahlen steigen nicht mehr. Allerdings gibt es wieder mittlere zweistellige Covid-19-Opfer zu betrauern.

Zum Freitag hat das kurz RKI genannte Bundesinstitut 1924 neue Corona-Fälle verzeichnet. Das sind 8,4 Prozent jener im Bund. Dieser Wert entspricht in etwa dem hessischen Bevölkerungsanteil. 8,4 Prozent der Corona-Opfer in ganz Deutschland machen auch die 36 registrierten weiteren Todesfälle aus. Zum Donnerstag hatte das Sozialministerium 52 Todesfälle gemeldet. Der Rekord von 2325 Neuinfektionen datiert vom vergangenen Freitag.

Bisher hat das RKI im Verlauf der Pandemie 83.251 Infektionen verzeichnet und 1199 Covid-19-Opfer. Die Dynamik der Pandemie im Spätherbst zeigt folgender Vergleich: Bis Anfang Oktober waren gut 19.000 Fälle bekanntgeworden und 551 Todesopfer. Etwa 54.800 Menschen in Hessen, die positiv getestet wurde, gelten mittlerweile als genesen. Das sind rund 1600 mehr als Donnerstag. 28.450 Fällen sind demnach noch aktiv.

Besonders im Rhein-Main-Gebiet bleibt das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau. Während die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist verzeichneten Fälle unter 100.000 Einwohnern, in ganz Hessen bei durchschnittlich 158 liegt, kommt Frankfurt auf 212 und Offenbach auf 274. In Wiesbaden liegt der Kennwert bei 133, im benachbarten Mainz bei 210. Ein lokaler Super-Hotspot hat sich im Landkreis Gießen aufgetan mit einer Inzidenz von 550, Grund ist ein Ausbruch des Virus in einem Altenheim.

Weiter aufwärts zeigt sich die Kurve mit Blick auf die Corona-Kranken in hessischen Kliniken und dabei auch auf die beatmeten Patienten. Nach 1628 Covid-19-Patienten vor einer Woche betreuen die Krankenhäuser nunmehr fast 100 mehr. Die Zahl der Beatmeten ist von 327 auf 371 gestiegen. Das sind gut sieben Mal so viele wie Anfang Oktober. „Derzeit gibt es 281 freie Beatmungsbetten in hessischen Krankenhäusern“, teilte das Sozialministerium der F.A.Z. am Mittwoch mit; es aktualisiert diese Zahlen wöchentlich. Ob es auch genügend qualifiziertes Personal für diese Betten gibt, steht dahin. Vor einigen Tagen zeigte sich der ärztliche Direktor des Uni-Klinikums Frankfurt wegen Personalmangels besorgt.

Das Land hat angesichts des weiter sehr regen Infektionsgeschehens und der Belastung der Intensivstationen in Hessen nach der Runde der Ministerpräsidentinnen und Länderchefs bei der Kanzlerin einige Corona-Regeln verlängert, andere verschärft und präzisiert. Das betrifft etwa die sozialen Kontakte im Alltag und die Weihnachtsfeiertage sowie Silvester.

„Die 7-Tage-Inzidenz liegt in den Bundesländern Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen über der bundesweiten Gesamtinzidenz“, mahnt das RKI nach wie vor. Der zentrale Corona-Kennwert in der älteren Bevölkerung nimmt demnach weiter zu. Da ältere Menschen häufiger einen schweren Verlauf durch Covid-19 aufwiesen, steige ebenso die Anzahl an schweren Fällen und Todesfällen. Das RKI spricht dabei von einem diffusen Infektionsgeschehen, das heißt: Klare zentrale Ausbrüche des Virus mit vielen Betroffenen sind die Ausnahme.

Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

Quelle: thwi.
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