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FAZ plus ArtikelSchauspielerin Renan Demirkan

Kunst als Bekenntnis zum Leben

Von Claudia Schülke
 - 15:45

Sie ist nicht zu bremsen. Wenn Renan Demirkan von ihren Projekten spricht, muss man fast den Kopf einziehen, so wild fuchtelt die „Sozialaktivistin“, wie sie sich selbst nennt, mit den Armen durch die Luft, stößt mit funkelnden Augen wie ein Raubvogel nach vorn und zwinkert um Einverständnis werbend mit beiden Augen auf einmal. Wer sie auf der Bühne der Frankfurter „Komödie“ als überkandidelte Paartherapeutin gesehen hat, erkennt sie auch im Café wieder. Eigentlich ist sie Schauspielerin und Autorin von sieben Büchern. Aber: „Kunst ist nicht denkbar ohne Wirklichkeit“, sagt sie, und: „Das Politische ist essentiell für mich, um Kunst machen zu können.“ Deshalb wirbt sie am 16. März – „zum Neujahrstag des Amts für multikulturelle Angelegenheiten“ – im Kaisersaal des Römers für ihren neuen Verein „Checkpoint: Demokratie“ und gastiert gleichzeitig bis zum 18. März mit dem Landgraf Tourneetheater und der Komödie „Alles über Liebe“ bei Claus Helmer in dessen „Komödie“.

Diese Doppelkarriere war nicht abzusehen, als sie 1962 mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland übersiedelte. Damals war sie sieben Jahre alt. Ihr Vater war Ingenieur, sie nennt ihn einen Philosophen. Die deutsche Geistesgeschichte ging ihm über alles. „Ich bin zwischen 3000 Büchern aufgewachsen“, erinnert sich die Schauspielerin. Mit 14 Jahren las sie das Kommunistische Manifest. Nach dem Wirtschaftsabitur in Hannover schrieb sie sich an der dortigen Technischen Universität für Politik und Philosophie ein. Da sie aber noch vor Studienantritt die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Hannover bestand, blieb sie an der Universität eine Karteileiche. Dennoch dockte sie bei den Marxisten-Leninisten der Hochschule an und studierte neben der Ausbildung zur Schauspielerin vier Jahre lang die Kritische Theorie. „Adorno ist mein Papst“, bekennt sie noch heute.

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Quelle: F.A.Z.
Claudia Schülke
Feste freie Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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