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Marco Völler von den Skyliners

„Wir reißen uns zu wenig den Hintern auf“

Von Jörg Daniels
 - 07:30

Die Fraport Skyliners kommen vor allem in der Basketball-Bundesliga nicht in die Gänge. Zuletzt war sogar der abgeschlagene Tabellenletzte Crailsheim zu stark für Frankfurt. Wie sehr leidet Ihr Trainer Gordon Herbert unter der Situation?

So sehr wie wir alle. Er ist ein ambitionierter und ehrgeiziger Trainer. Jede Niederlage tut ihm genauso weh wie uns Spielern. Er steckt sehr viel Arbeit in uns als Mannschaft. Dann ist natürlich die Enttäuschung für ihn groß, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt.

Teilen Sie den Eindruck, dass Herbert an bestimmten Spielern immer mehr verzweifelt? Mit dem einen oder anderen geht er bei Spielen sehr hart ins Gericht.

Ich glaube nicht, dass Gordie verzweifelt ist. Er ist professionell genug, um zu wissen, was er in unserer Situation machen muss – auch wenn zu diesem Zeitpunkt Dinge noch immer nicht so laufen, wie er sich das vorstellt oder wir uns das vorstellen. Daran zu verzweifeln, wäre der falsche Weg. Dessen ist sich Gordie bewusst.

Dinge wie Ballverluste, die Gordon Herbert wiederholt öffentlich am Spiel seiner Mannschaft kritisiert, werden aber nicht besser. Bisweilen wirkt er jetzt ratlos. Wie kommt Herbert Ihnen vor?

Im Training ist Gordie fokussiert und relativ entspannt, er ist ganz der Alte. Er versucht, uns bestmöglich zu unterstützen. Klar, wenn etwas schiefläuft oder ihm die Intensität fehlt, dann nervt ihn das. Aber wenn gut gearbeitet wird, baut Gordie die Spieler auf und versucht, eine positive Stimmung für das kommende Spiel zu entwickeln.

Ist die Mannschaft intakt oder könnte der Teamgeist besser sein?

Intakt ist sie auf jeden Fall. Untereinander haben wir absolut keine Probleme, wir haben eine gute Teamchemie. Es ist aber offensichtlich, dass uns ein paar Dinge fehlen. In der Vorsaison haben wir besser verteidigt. Ob ein bisschen die Intensität der Grund dafür ist oder ob es vielleicht einfach fehlendes defensives Talent ist, das vermag ich nicht zu hundert Prozent zu sagen. Irgendetwas fehlt uns jedenfalls in der Verteidigung. Das ist, glaube ich, der größte Unterschied zur Vorsaison. Das wirkt sich aber nicht auf die Teamharmonie aus.

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Ihr Kapitän Quantez Robertson ist für seine Verhältnisse ungewöhnlich deutlich geworden. Er hat gefordert, dass manche Spieler mehr Herz zeigen müssten. Fehlt manchem Spieler die nötige Einstellung?

Das Spiel von Tez ist komplett darauf aufgebaut, viel Einsatz und Herz zu zeigen. Auf der anderen Seite haben wir ein paar Spieler, von denen ich nicht sagen würde, dass sie kein Herz haben, die aber ihr Spiel anders definieren. Sie versuchen über andere Dinge ins Spiel zu finden. Wenn es dann mal eng oder anstrengend wird und nicht wie geschmiert läuft, dann hängt es halt irgendwo. Bei uns vor allem in der Verteidigung. Man sagt ja oft, wenn es in der Offensive nicht so läuft und die Würfe nicht fallen, muss man sich in der Verteidigung den Hintern aufreißen. Das fehlt sicher ab und zu mal bei uns. Es wird dann zwar nicht halbherzig, aber nicht ganz so intensiv verteidigt.

Offenbart das die Mentalität eines Spielers?

Es kann gut sein, dass das irgendetwas mit der Mentalität, mit dem inneren Schweinehund, zu tun hat. Es hat auch etwas mit Selbstvertrauen zu tun, dass man versucht, sich im Spiel über die falschen Dinge wie getroffene Würfe und gute Aktionen in der Offensive Selbstvertrauen zu holen. Womöglich wirkt sich das auf den Mut und die Aggressivität in der Verteidigung aus, wenn es vorne nicht so läuft.

Ist die Saison für die Skyliners noch zu retten?

Sie ist auf jeden Fall noch zu retten. Unter die Top-4-Mannschaften nach der Hauptrunde zu kommen, ist jetzt zwar fast unmöglich. Aber die Play-offs zu erreichen, ist nach wie vor absolut nicht unrealistisch und machbar. Vor allem, weil in den kommenden ein, zwei Wochen mehrere Spieler ihre Verletzungen überwunden haben werden. Deren Rückkehr wird der Mannschaft einen Push geben.

Aber auch in besserer Besetzung hat es in der Bundesliga in der Vergangenheit öfters gehakt. Warum macht die Mannschaft nicht einen großen Schritt nach vorne?

Das frage ich mich auch, warum es bei uns in der Bundesliga nicht ganz so gut läuft wie in der ersten Gruppenphase im Eurocup oder im deutschen Pokal. Eine genaue Erklärung habe ich dafür nicht. Ich glaube aber nicht, dass sich einzelne Spieler in der Bundesliga eine Pause nehmen.

Nach Pluspunkten haben die Skyliners aktuell vier Punkte Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz. Muss sich Frankfurt auf Abstiegskampf einstellen?

Daran verschwende ich keinen Gedanken. Ich schaue beim Blick auf die Tabelle nach oben. Um wirklich in Nöte zu geraten, ist unsere Mannschaft zu gut besetzt.

An diesem Sonntag treten die Skyliners beim ungeschlagenen Meister Bayern München an. Muss es für Ihr Team das vorrangige Ziel sein, die Niederlage in Grenzen zu halten?

Es ist kein Geheimnis, dass es sehr schwer für uns wird. Wir sind der klare Underdog. Aber irgendwann müssen wir anfangen, uns wieder aus dem Loch zu graben, das wir uns selbst gebuddelt haben. Ich denke positiv. Warum soll uns in München nicht eine Überraschung gelingen?

Quelle: F.A.Z.
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