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Eintracht Frankfurt

Den Fuß auch mal vom Gaspedal

EIN KOMMENTAR Von Peter Heß
 - 09:16

Den ersten Breakball hat die Frankfurter Eintracht vergeben. Hätte sie gegen den FC Augsburg Paciencias 1:0 über die Zeit gebracht, wäre zumindest der direkte Einzug in die nächste Gruppenphase der Europa League in greifbare Nähe gerückt. So sind es nach dem 1:3 nicht acht Punkte Vorsprung vor Hoffenheim, sondern nur fünf. Nur fünf? Nein, diese Einschränkung ist ungerecht, auch diese Zwischenbilanz kann man nicht anders als großartig nennen.

Es wäre eine einzige Anmaßung anzunehmen, dass die Eintracht einfach so nach Europa marschieren könnte. So gut ist sie nun auch wieder nicht, vor allem ist sie nicht mehr so frisch wie vor ein paar Wochen. Die Erfolge in der Europa League fordern ihren Tribut. Der Wille war gegen Augsburg zwar wieder in bewundernswertem Ausmaß vorhanden, aber bei manchen, am augenfälligsten bei da Costa, war das Fleisch doch schwach. Nicht so schwach, dass ein Heimsieg unmöglich gewesen wäre, aber zu schwach, um sich über einen ungünstigen Spielverlauf hinwegzusetzen.

40 Minuten lang in Unterzahl

Wie in Lissabon nahm das Frankfurter Unglück kurz vor und kurz nach dem Seitenwechsel seinen Lauf. Der Gegentreffer zum 1:2 fiel in der Nachspielzeit, Gelson Fernandes sah in der 47. Minute eine fragwürdige Gelb-Rote Karte. Wie die Eintracht sich 40 Minuten lang in Unterzahl gegen die drohende Niederlage wehrte, muss der Mannschaft und ihren Fans Mut machen, dass die herausragende Saison auch zu einem positiven Ende gebracht werden kann. Die Mentalität stimmt nach wie vor, die Leidensbereitschaft ist vielleicht sogar noch größer als je zuvor.

Aber es ist möglicherweise an der Zeit, auf die Benzinstandsanzeige zu reagieren. Würden die Spieler in ein paar Spielphasen das Gaspedal weniger heftig durchdrücken, kämen sie sicherer ans Ziel, ohne sich der Gefahr auszusetzen, ganz ohne Treibstoff liegen zu bleiben. Ein bisschen mehr Abgeklärtheit und Ruhe und ein bisschen weniger Leidenschaft wären in einigen Szenen hilfreich. Aber das ist wahrscheinlich leichter gefordert als getan nach Monaten voller Erfolge, die vor allem durch die geballte Frankfurter Wucht zustande gekommen sind.

Händchen und Rotation

Der größte Fehler wäre es, nach den ersten Niederlagen des Jahres 2019 in der Europa League und in der Bundesliga nervös zu werden. Nichts ist durch das 2:4 in Lissabon und das 1:3 gegen Augsburg geschehen, was nicht zu reparieren wäre. Dabei steht Trainer Adi Hütter in den letzten Wochen der Saison vor der schwierigen Aufgabe, ein glückliches Händchen bei der Rotation zu haben, um müde Stammspieler zu ersetzen. Toure war gegen Augsburg kein tauglicher Ersatzmann. Die Eintracht muss hoffen, dass die Verletzten Haller und Hinteregger schnell wieder fit werden.

Der größte Fehler wäre es, nach den ersten Niederlagen nervös zu werden.
Quelle: F.A.Z.
Peter Heß
Sportredakteur.
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