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Eintracht Frankfurt

Basis für kniffligere Aufgaben

EIN KOMMENTAR Von Marc Heinrich
 - 13:29
Ante Rebic (l.) beweist mit seinen drei Treffern den großen Wert, den er für die Eintracht haben kann.

Eine Woche vor dem Start in der Bundesliga hat es die Eintracht spannend gemacht. Bei ihrem vierten Sieg im vierten Pflichtspiel boten die Frankfurter eine Vorstellung, die einiges an Verbesserungspotential erkennen ließ. Mit dem Erfolg in der ersten Pokalrunde nahmen die Hessen aber, anders als im Vorjahr, immerhin die Einstiegshürde bei dieser prestigeträchtigen Fußball-Veranstaltungsreihe. Wobei sie nach dem Seitenwechsel, als Waldhof Mannheim dem Anfangstempo Tribut zollen musste, den Gegner im Griff hatten.

Hütters Team gab sich selbst dann nicht geschlagen, als es in der 72. Minute den dritten Treffer hinnehmen musste und ein Wettlauf gegen die Zeit begann. Die Eintracht kreierte zielstrebig weitere Chancen. Drei verwandelte Rebic eiskalt. Der Spielverlauf spricht für die Nervenstärke der Mannschaft. Sie wird zunächst vor allem Schwachpunkte in der Abwehr ausbessern müssen, der es an Abstimmung mit dem defensiven Mittelfeld, Zweikampfstärke und in vielen Sprintduellen am richtigen Gespür für Raum und Zeit mangelte.

Tempo, Wucht und Leidenschaft

Die Eintracht gab das Bild eines Teams ab, bei dem nach rund acht Wochen mit Ab- und Zugängen die Eingewöhnungsphase nicht abgeschlossen ist. Es wird auf Hütter ankommen, nun die Akklimatisierung unter Zeitdruck voranzutreiben, damit sich das unfertige Team in eine schlagkräftige Truppe verwandelt. Die Qualifikation zur Europa League macht es nicht leichter, Möglichkeiten zu finden, um die Eintracht zu einem für die Konkurrenz schwer zu bezwingenden Ensemble zu entwickeln, das sich wie in der vergangenen Saison mit Tempo, Wucht und Leidenschaft auszeichnet. Darüber hinaus wird das Ensemble mehr Variabilität für Überraschungsmomente in allen drei Wettbewerben brauchen. Die Gegner sind längst gewarnt.

Hütter verfügt über eine neue Vielfalt in seinem Aufgebot, das ihm trotz des Verlusts der Sturm-Stars Haller und Jovic ein Plus an personellen Möglichkeiten bietet. Die Sommerpause wurde genutzt, um auf dem Transfermarkt Zeichen zu setzen: Die Verpflichtungen von Trapp, Hinteregger, Rode, Durm, Kohr, Sow und Joveljic für zusammen rund sechzig Millionen Euro unterstreichen die gewachsenen Ambitionen. Jeder dieser Spieler bringt die individuelle Klasse mit, um dem Kollektiv weiterzuhelfen.

In allen bisherigen Auftritten seit dem zweiten Trainingslager in Österreich, auch das gehört zu den vorzeigbaren Zwischenergebnissen der Vorbereitung, brach die Mannschaft gegen Ende konditionell nicht ein, sondern konnte zulegen. So auch gegen Waldhof. Ein Indiz, dass die Belastungssteuerung unter komplizierten Bedingungen gelingt. Mit dem Weiterkommen in Mannheim ist zunächst einmal eine Basis gelegt, auf die sich in den kommenden Wochen, da es im Programm weitaus kniffligere Prüfungen zu bestehen gilt, aufbauen lässt. Es bleibt noch viel Arbeit zu erledigen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Heinrich, Marc
Marc Heinrich
Sportredakteur.
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