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Uber auf dem Land

Umsteigen im Kopf

EIN KOMMENTAR Von Falk Heunemann
 - 16:25

Das Angebot klingt verlockend oder bedrohlich, je nach Sichtweise: Der polarisierende Fahrdienstvermittler Uber möchte Partner des Nahverkehrsverbunds werden. Sein Argument: Er könne gerade auf dem Land am ehesten die erste und letzte Meile überbrücken, also das Stück vom eigenen Heim bis zur Bushaltestelle oder von der Bahnstation zum Büro.

Zunächst: Schaden könnte solch eine Kooperation sicher nicht. Wer in Frankfurt wohnt, kann sich schwer vorstellen, wie weit der Weg zur nächsten Haltestelle selbst im unmittelbaren Umland sein kann. Und wie selten dann dort ein Bus oder eine Bahn überhaupt hält. Dass viele Pendler sich lieber weiterhin in ihr Auto setzen, ist verständlich, selbst wenn sie dann viele Stunden pro Woche im Rushhour-Stau stehen.

Dass die Uber-Autos aber wirklich den Wandel bringen, muss bezweifelt werden. Selbst in Frankfurt sind bisher nur wenige professionelle Shuttleserviceanbieter verfügbar. Kaum vorstellbar, dass es auf dem Land mehr sein werden. Und so viel billiger als ein Taxi ist Uber ohnehin nicht mehr, seit der Vermittler auf ein gesetzeskonformes Geschäftsmodell setzt.

Nicht genügend Platz für mehr Autos

Dass es erstrebenswert wäre, wenn mehr Menschen das Auto stehen ließen, ist unbestreitbar: Die Zahl der Pendler steigt weiter drastisch, mehr Platz für Autos gibt es aber einfach nicht. Doch es gibt zwei hohe Hürden: einmal der Preis. Der Nahverkehr ist in der Region teilweise 50 Prozent teurer als etwa in München und Berlin, weil die Tarifzonen so klein sind. Umsteigen rechnet sich für Autobesitzer nicht, erst recht, wenn sie mit Bus und Bahn viel länger brauchen.

Noch schwieriger ist aber ist das Umdenken: Ein Auto ist für viele ein Universalfahrzeug, für alle Strecken und vom Start bis zum Ziel. Die Mobilität der Zukunft aber funktioniert nur durch einen Mix der Verkehrsmittel: für den Arbeitsweg mit dem Rad oder Elektroroller zum Bus und in den Urlaub erst ein Stück mit dem Zug und dann mit Carsharing in die Berghütte. Dieses Denken in Optionen und Kombinationen ist vielen fremd und zu mühsam. Sie wollen die einfache Lösung für alles. Die wird es jedoch in Zukunft angesichts des zunehmenden Verkehrsaufkommens nicht mehr geben.

Quelle: F.A.Z.
Falk Heunemann
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung und bei dem Wirtschaftsmagazin Metropol.
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