FAZ plus ArtikelUmweltschutz

Keine Kohle für den Klimaschutz

Von Amin Ferris Wagner
01.11.2018
, 16:52
Nachschub: Die Kohle für das größte Heizkraftwerk der Mainova AG im Westhafen wird per Schiff geliefert.
Umweltschützer wollen die Stadt dazu bewegen, das Heizkraftwerk West auf Erdgas umzustellen. Das wäre zur Zeit mit höheren Kosten verbunden. Warten sei noch teurer, sagen die Aktivisten.
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Dorothea Korn geht es um Gerechtigkeit. Und Kohle zu verbrennen, um Strom und Wärme zu erzeugen, das findet sie nicht nur umweltschädlich, sondern auch ungerecht. Es ist Mittwochabend, Korn steht mit Gleichgesinnten in der Mainzer Gasse, etwa zweihundert Meter entfernt vom Römerberg. Dort hatte die Gruppe im Juni schon einmal für den möglichst schnellen Kohleausstieg der Stadt demonstriert. Zumindest auf das umweltfreundliche Erdgas solle der Energieversorger Mainova AG, der zu 75 Prozent den Stadtwerken Frankfurt gehört, nach ihrem Willen umsteigen.

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An diesem Abend gehen die etwa 15 Mitglieder der Arbeitsgruppe Klima des globalisierungskritischen Netzwerks Attac nicht auf die Straße, es gibt zu viel zu besprechen. Es geht um Kohle: Im Hambacher Forst wurden Baumhäuser geräumt, die Kohlekommission arbeitet am Zeitplan für den Ausstieg, und in Frankfurt läuft das Kohlekraftwerk am Westhafen weiter. Bevor die Gruppe ihr Treffen beginnt, erklärt Korn noch schnell, warum sie sich für einen Kohleausstieg der Stadt engagiert: „Es geht mir nicht nur um mich und meine Enkel, es geht mir um die ganze Menschheit.“ Um das zu erklären, muss sie sich dann aber doch mehr Zeit nehmen. Die Folgen des Klimawandels seien ungleich über den Globus verteilt, am Ende träfen sie vor allem Menschen, die unter extremen Klimabedingungen und in Armut lebten, sagt Korn. Es gebe eine „Verantwortung gegenüber dem globalen Süden“. Vor drei Jahren hatte Korn einen Vortrag über Klimagerechtigkeit gehört und daraufhin die Gruppe Klima-Attac in Frankfurt gegründet. Zum ersten Treffen in ihrem Wohnzimmer kamen drei Interessierte. Mittlerweile trifft sich die Gruppe einmal im Monat in den Räumen der Caritas in der Innenstadt. Mit Protestaktionen will sie Druck ausüben, damit Frankfurt zur klimafreundlicheren Stadt wird und künftige Generationen eine lebenswerte Umwelt vorfinden.

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