FAZ plus ArtikelUnion vor den Landtagswahlen

Schwesterparteien im Wettstreit

Von Ewald Hetrodt
18.05.2018
, 20:33
Zwischen den Spitzenpolitikern der Union in Hessen und Bayern herrscht wenig Einvernehmlichkeit. Volker Bouffier wartet nicht auf die Pläne Horst Seehofers.

Dass die NPD bei der Bundestagswahl 1969 wider Erwarten den Einzug in das Parlament verfehlte, war aus der Sicht des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) eine grenzüberschreitende Gemeinschaftsleistung von zwei konservativen Politikern. Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß und der Chef der hessischen CDU, Alfred Dregger, hätten ihr ganzes Gewicht erfolgreich in die Waagschale geworfen, sagte der Sechsundsiebzigjährige am Dienstagabend in einem Vortrag, den er als Gast der CDU-Fraktion im Foyer des Hessischen Landtags hielt. Dabei schien der Unionspolitiker den alten Zeiten nachzutrauern. So erinnerte er sich an seine Zusammenarbeit mit dem früheren hessischen Innenminister: „Der Volker Bouffier war ein sehr scharfer Hund“, meinte Stoiber. Und das sollte, natürlich, ein großes Kompliment sein.

Heute tun sich die Spitzenpolitiker der Union in Wiesbaden und München nicht so leicht miteinander. Bei den Verhandlungen zur Bildung der großen Koalition in Berlin soll es aus unterschiedlichen Anlässen zu Reibereien zwischen Bouffier und den Unterhändlern der bayerischen Schwesterpartei gekommen sein. Auch der auf das gemeinsame Betreiben der Union in den Koalitionsvertrag aufgenommene Plan von Ankerzentren für Flüchtlinge ist nicht einvernehmlich verwirklicht worden.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Ewald Hetrodt - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Ewald Hetrodt
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot