Millionenschaden

Haftstrafen wegen Schwarzarbeit und Steuerbetrugs

Aktualisiert am 14.02.2019
 - 15:43
Über neun Millionen Euro Schaden: Urteil wegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit (Symbolbild)
Eine Routinekontrolle der Zollfahndung brachte die Ermittler auf die Spur von Steuerbetrug in Millionenhöhe. Nun wurden die Verantwortlichen der Baufirma verurteilt.

Der de-facto-Geschäftsführer einer Baufirma ist am Donnerstag in Frankfurt wegen Steuerbetrugs im Millionenhöhe zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der 48 Jahre alte Mann musste sich mit fünf weiteren Angeklagten vor dem Landgericht Frankfurt in einem Prozess um Schwarzarbeit am Bau verantworten. Sozialversicherungen und Fiskus erlitten dabei einen Schaden in Höhe von rund 9,2 Millionen Euro. Während es für zwei der übrigen Angeklagten ebenfalls Haftstrafen gab, kamen drei Männer, die kurzzeitig Schein-Geschäftsführer der Firma waren, mit Bewährungsstrafen davon. Der Prozess hatte im Oktober begonnen.

Eine Routinekontrolle der Zollfahndung auf der Baustelle einer Klinik in Bad Homburg hatte den Fall aufgedeckt. Zahlreiche Arbeiter hatten entweder gar keine oder gefälschte Arbeitspapiere. In dem Ermittlungsverfahren gegen den Täter zeigte sich, dass er erst kurze Zeit zuvor wegen ähnlicher Straftaten verurteilt worden war und unter Bewährung stand. Darüber hinaus konnte er nicht mehr offiziell als Geschäftsführer in Erscheinung treten, sondern benötigte „Strohleute“ im Handelsregister. Im Strafmaß wirkte sich dies negativ für ihn aus.

Die Wirtschaftsstrafkammer blieb weitgehend hinter den Anträgen der Staatsanwaltschaft zurück. Gleichwohl schickte sie auch die beiden 50 und 39 Jahre alten Mitangeklagten ins Gefängnis, für die die Verteidiger noch Bewährungsstrafen gefordert hatten. Nach der Verhandlung kündigten mehrere Verteidiger Rechtsmittel beim Bundesgerichtshof an.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot