Eintracht Frankfurt

Problemfall Kadlec

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
17.11.2015
, 06:10
Da war er noch in Jubellaune: Vaclav Kadlec (links) freut sich im Jahr 2014 über ein Tor.
Die Unzufriedenheit über Vaclav Kadlec ist groß, dem Profi mangelte es zuletzt an Biss und Durchsetzungsvermögen. Es wird Zeit für klare Verhältnisse - und alles spricht dafür, dass der Tscheche die Eintracht bald verlassen wird.
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Es wird Zeit, dass endlich klare Verhältnisse herrschen. Vaclav Kadlec braucht eine Perspektive – und die Eintracht auch. Die Unzufriedenheit über den in Frankfurt angestellten Fußballprofi ist groß. Trainer Armin Veh hat zwar immer wieder betont, dass er dem Tschechen zutraue, den Durchbruch in der Bundesliga zu schaffen. Allein, der Angreifer aus Prag ist in Deckung geblieben und hat alle Chancen, die sich ihm seit 2013 in Frankfurt boten, verstreichen lassen. Dabei war die Gelegenheit so günstig wie nie, um endgültig Fuß zu fassen.

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Seit Sommer steht schließlich fest, dass die Eintracht ein veritables Problem auf der linken offensive Seite hat. Der ursprüngliche Plan, den Schalker Sidney Sam unter Vertrag zu nehmen, hatte sich schon zu Beginn der Vorbereitungsphase zerschlagen. Andere Spuren wurden fortan nicht mehr verfolgt. Veh und Sportdirektor Bruno Hübner setzten auf eine interne Lösung – und hatten Pech, dass ihnen auch noch Takashi Inui verlorenging. Der sensible, in seinen Leistungen höchst schwankende Japaner wollte seiner Karriere einen neuen Kick geben. Er bat um die Freigabe für ein Engagement in Spanien und wechselte nach Eibar ins Baskenland. Immer wieder einmal stand Inui, als er noch den Eintracht-Dress trug, für überraschende spielerische Elemente auf der linken Außenbahn.

Kein Spieler konnte an der linken Außenbahn überzeugen

Veh versuchte es mit vielen Alternativen. Nachwuchsmann Joel Gerezgiher durfte sich auf links tummeln, ebenso Aleksandar Ignjovski, Marc Stendera und Vaclav Kadlec. Zur vollsten Zufriedenheit aber vermochte keiner der Eintracht-Profis diesen Posten auszufüllen. Veh und Hübner sind sich einig, „dass wir uns umschauen und im Winter etwas machen werden“. Was sie in jedem Fall tun werden: Sie werden Kadlec, wenn alles passt, aus dem noch bis zum Juni 2017 laufenden Vertrag herauslösen und über die Grenze ziehen lassen.

Alles spricht dafür, dass der 23 Jahre alte Tscheche, dem es immer wieder an Biss und Durchsetzungsvermögen mangelt, nach Dänemark gehen wird. Der FC Midtjylland, der seit Monaten schon an Kadlec interessiert ist, dürfte kurz vor der Ziellinie stehen. Strittig ist nur noch die Höhe der Ablösesumme. Als die Eintracht Kadlec aus Prag holte, flossen 3,2 Millionen Euro in die Goldene Stadt. Jetzt ist zu hören, dass die Eintracht Kadlec im Winter für zwei Millionen Euro ziehen lassen würde.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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