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Straßenverkehr

Drei populäre Irrtümer über Radfahrer

Von Hans Riebsamen, Frankfurt
 - 11:38

Ausgerechnet ein Abschleppfahrer des ADAC hat neulich einen Radfahrer von der Frankenallee im Frankfurter Gallusviertel zu hupen versucht. Er, der eigentlich die Verkehrsregeln besonders gut kennen müsste, zeigte auf den Radweg neben der Autostraße und behauptete, Radler müssten dort fahren. Das ist ein populärer Irrtum, wie die Deutsche Verkehrswacht jetzt bestätigte.

Denn den Radweg, darauf weist die Organisation hin, müssen Pedaltreter nur benutzen, wenn er mit einem der drei blauen Radweg-Schilder gekennzeichnet ist. Und das auch nur dann, wenn er befahrbar und zumutbar ist. Liegen etwa Scherben auf der Radelspur, versperren Mülltonnen oder parkende Autos eine sichere Fahrt, machen Baumwurzeln und aufgeworfener Belag das Fahren gefährlich, dürfen Radler auf die Fahrbahn ausweichen. Der Zweiradfahrer darf sich auch auf die Fahrbahn einfädeln, wenn er abbiegen möchte und der Radweg in eine andere Richtung führt.

Nebeneinanderfahren erlaubt

An der Frankenallee und an vielen anderen Straßen in Frankfurt, an denen es einen Radweg gibt, hat das Straßenverkehrsamt die Benutzungspflicht des Radwegs aufgehoben und die blauen Schilder entfernt. Die Frankfurter Verkehrspolitik möchte dezidiert die Radler auf die Straße holen und markiert oft auf der Fahrbahn einen entsprechenden Streifen ab. Nur wenn ein Radler auf der normalen Fahrbahn rolle, werde er immer von den Auto- und Lastwagenfahrern gesehen, heißt es. Auf dem Radweg dagegen würden Radfahrer oft übersehen, vor allem von abbiegenden Autofahrern. Die meisten Radunfälle in der Stadt entstünden auf diese Weise.

Ein weiterer populärer Irrtum lautet: Radfahrer müssen immer hintereinander fahren. Auch wenn es häufig sicherer sei, hintereinander unterwegs zu sein, dürften Radler nebeneinander fahren, sofern sie dabei den Verkehr nicht behinderten, hebt die Verkehrswacht hervor. Mehr als 15 Zweiräder gelten als geschlossener Verband - und in diesem Fall dürfen zwei Radfahrer nebeneinander in die Pedale treten. Dies sei auch für Autofahrer von Vorteil, heißt es bei der Verkehrswacht, weil eine lange einreihige Schlange sich deutlich langsamer fortbewege und das Überholen dann riskanter sei. Auf Fahrradstraßen wie der Bleidenstraße und der Töngesgasse in der Frankfurter Innenstadt ist das Nebeneinanderfahren sogar grundsätzlich erlaubt. Nur weiß das fast keiner, der hinter einem Lenkrad sitzt.

Wann Musikhören auf dem Rad erlaubt ist

Ein dritter populärer Irrtum lautet nach Angaben der Verkehrswacht: Musikhören auf dem Rad ist verboten. Grundsätzlich sei es erlaubt, beim Radeln Musik zu hören. Allerdings sagt die Straßenverkehrsordnung: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und sein Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Musikhörende Radfahrer müssten also gewährleisten, dass sie den Straßenverkehr ausreichend wahrnähmen und vor allen Dingen Warnsignale wie Klingeln und Hupen hörten, sagt die Verkehrswacht. Sie rät deshalb Radlern, aus Sicherheitsgründen auf das Musikhören während des Fahrens zu verzichten. Auch hessische Funktionäre des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) haben sich vor kurzem so geäußert: Radfahren mit Knopf im Ohr sei gefährlich.

Verboten ist dagegen für alle auf zwei Rädern das Telefonieren mit Handy. Wer dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld von 25 Euro zahlen. Nicht erlaubt für Erwachsene ist auch das Radeln auf dem Fußgängerweg, nur kleine Kinder dürfen das. Lediglich die Hälfte der Radfahrer scheint das aber zu wissen.

Quelle: F.A.Z.
Hans Riebsamen
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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