Steigende Fallzahlen in Hessen

Verlegung von Coronapatienten soll Kliniken entlasten

Von Marie Lisa Kehler
19.04.2020
, 15:02
Trotz der strengen Kontaktregeln haben sich in Hessen in der vergangenen Woche knapp 1000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus der Übersicht des Ministeriums für Soziales und Gesundheit hervor.

Die Zahl der Menschen, die seit Ausbruch der Erkrankung in Hessen positiv auf das Virus getestet worden sind, ist von Samstag auf Sonntag um 164 auf 7.147 gestiegen. 231 Menschen sind bisher an den Folgen der Infektion gestorben. Am Samstag lag die Zahl noch bei 217.

Erst am Freitag hatte Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) verkündet, dass aufgrund der hohen Zahl der beatmungspflichtigen COVID-19-Patienten, die aktuell im Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach betreut werden müssen, in diesem Gebiet die Stufe 2 des vierstufigen Systems erreicht worden sei. Das Erreichen dieser Stufe ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass schon 50 Prozent der Gesamtkapazität der sogenannten Level-I-Häuser für COVID-19-Patienten belegt sind. Mit dem Ausrufen der Stufe 2 müssen im Versorgungsgebiet zusätzliche Intensiv- und Beatmungskapazitäten aufgebaut sowie die Verlegung von Patienten in andere Versorgungsgebiete geplant werden, um die Situation zu entspannen. Im Versorgungsgebiet Frankfurt-Offenbach gehören das Universitätsklinikum Frankfurt, das Klinikum Höchst, das Sana-Klinikum Offenbach, das Nordwestkrankenhaus und das Klinikum Langen aufgrund ihrer Intensiv- und Beatmungskapazitäten zu den Level-I-Kliniken.

Aus dem Bulletin geht hervor, dass in Frankfurt bisher 269 Menschen aufgrund eines schweren Krankheitsverlaufs in einer der Kliniken behandelt worden sind. Insgesamt 1052 Menschen sind bisher in der Mainmetropole positiv auf das Virus getestet worden. Zum Vergleich: in Gießen wurden bisher erst 198 Infizierte registriert, 15 Menschen mussten zur weiteren Behandlung der Infektion in ein Krankenhaus.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration vermeldet täglich die Entwicklung der Fallzahlen. Dabei bezieht sich das Ministerium auf Daten des Robert-Koch-Instituts sowie auf solche des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen, angesiedelt beim Regierungspräsidium in Gießen. Die Daten des Landesamts weichen deshalb immer leicht von denen des RKI ab.

Übrigens: Das Robert-Koch-Institut gibt auf seiner Seite an, dass von den mehr als 7.000 Infizierten in Hessen 4100 schon wieder als genesen gelten.

Quelle: mali
Autorenporträt / Kehler, Marie-Lisa
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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