FAZ plus ArtikelObdachlose und Corona

Warten auf den Einmalimpfstoff

Von Marie Lisa Kehler und Theresa Weiß
07.05.2021
, 19:35
Wer auf der Straße lebt, hat es schwer, Termine einzuhalten. Frankfurt will Menschen in prekären Situationen ein besonderes Impfangebot machen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Impfzentren.

Der Plan ist da, der passende Impfstoff fehlt. Udo Götsch, leitender Infektiologe des Gesundheitsamts Frankfurt, wartet nur darauf, endlich vom Land Hessen das Signal zu bekommen, dass nun auch das Mittel des Herstellers Johnson & Johnson bestellt werden kann. Er hofft auf eine Zuteilung von rund 5000 Dosen, um ein besonderes Projekt vorantreiben zu können. Laut Götsch sollen die mobilen Impfteams, die derzeit in Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften sowie in Einrichtungen der Drogenhilfe im Einsatz sind, künftig mit dem Impfstoff des amerikanischen Pharmakonzerns ausgestattet werden.

Das Präparat hat den Vorteil, dass nur ein einziger Impftermin nötig ist. Besonders für Menschen, deren Lebenssituation kaum ein Planen ermögliche, etwa weil sie psychisch krank seien oder in angespannten Wohnverhältnissen lebten, böte sich die Einmalimpfung an, um den vollen Impfschutz sicherzustellen, sagt Götsch. Er hofft, dass den Menschen, denen das Gefühl von Sicherheit oft entglitten sei, durch das spezielle Impfangebot genau dieses wieder vermittelt werden könne. Das Angebot zur Impfung müsse „so niedrigschwellig wie möglich sein“.

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Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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Theresa Weiß
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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