FAZ plus ArtikelBauherren in Frankfurt

Fördern und fordern

Von Rainer Schulze
10.10.2019
, 06:00
Wer in Frankfurt Wohnungen errichten will, muss sich künftig an einen neuen Baulandbeschluss halten. Das sorgt für viel Aufregung. Doch was steht eigentlich in dem Papier?

Der neue Baulandbeschluss, von dem sich die Stadt eine „sozial- und klimagerechte Stadtentwicklung“ verspricht, schlägt hohe Wellen. Private Bauherren sollen verpflichtet werden, mehr günstigen Wohnraum zu schaffen und sich an den öffentlichen Folgekosten ihrer Projekte finanziell zu beteiligen oder Flächen für Schulen, Kindergärten und Parkanlagen an die Kommune abzutreten. Der Baulandbeschluss soll noch 2019 von den Stadtverordneten verabschiedet werden. Kaum einer kennt zwar bisher die Details, aber der Ärger der Bauherren ist trotzdem groß. Die Kommentare reichen von einem trotzigen „Dann lassen wir das Grundstück halt liegen“ bis zur offenen Drohung „Dann machen wir halt künftig einen Bogen um Frankfurt“.

Jan Schneider (CDU) hat allerdings auch andere Stimmen gehört. Auf der Immobilienmesse Expo Real in München bekam der Baudezernent für seinen Vorstoß, auch einen Anteil an preisreduzierten Eigentumswohnungen zu verlangen, nach eigenen Worten viel Zuspruch. „Es gibt viele Familien in Frankfurt, die 5000 oder 6000 Euro verdienen, aber trotzdem nach Bruchköbel ziehen, weil sie sich hier keine eigene Wohnung leisten können. Wir müssen die Mittelschicht stärken und verhindern, dass die Preisschere immer weiter auseinandergeht.“ Einige Bauherren hätten zugesagt, dass sie in diesen Markt einsteigen wollten. Es bleibt ihnen aber auch nichts anderes übrig: Der Bauland-Beschluss ist verbindlich. Wer durch eine Aufstellung oder Änderung des Bebauungsplans Baurecht für seine Projekte erhalten will, muss die Regeln befolgen.

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Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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